Anfang Januar 2017 – schlaflos in München – muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Hatte ich nur Stress auf der Arbeit oder wollte ich doch eine etwas radikalere Veränderung? Ich weiß es nicht mehr. Was ich jedoch genau weiß, ist, dass ich in dieser Nacht beschloss, an einem Sabbatical zu arbeiten. Die zentralen Eckpunkte hab ich mir gleich mit überlegt.
- Weltreise!
- Kein Europa – kann man ja immer noch machen.
- Überall mindestens 14 Tage – lokales Leben und lokale Leute kennenlernen, den Touristen zuhause lassen.
Der Sabbatical Wunsch kam allerdings auch nicht so neu daher. Herr B aus M hatte damit mal vor ein paar Jahren angefangen und mir von einem endlosen Sommer in der Toskana vorgeschwärmt, hat mich dann doch wohl nicht losgelassen. Vielleicht war die Januarnacht auch das exakte Gegenteil des lauen, vor dem Haus sitzen und Weißwein trinken und über italienisches Leben schwadronieren Abend im toskanischen Weinberg.
Sabine war dennoch sprachlos, als ich ihr den Vorschlag beim Frühstück auftischte. Wir haben das Thema dann auch tapfer 2 Tage unangesprochen gelassen. Zum Glück fing Sabine von sich aus wieder damit an, wonach die Weltreise für mich gesetzt war.
Gleich stand die Frage im Raum: „Wollen wir denn überhaupt in München bleiben oder sind 12 Jahre Bayern genug?“. Bedenken wie „Was machen wir mit Sabines Nachhilfeschule?“ oder „Kann/möchte ich auch remote arbeiten?“ wurden zwar andiskutiert aber nicht abschließend entschieden. Irgendwie ging das Ganze dann doch im Alltagstrott unter.
Wie immer wenn ich das Gefühl habe, es müsste sich in meiner Arbeitswelt mal wieder was ändern, änderte sich auch was. 2 Wochen nach meiner schlaflosen Nacht teilte mir mein Arbeitgeber mit, dass es an der Zeit sei, das Büro in München zu schließen und dass meine werte Mitarbeit nicht länger gewünscht sei, amerikanische Firma halt, kann man nix machen.
Oder doch, auf einmal war die lästige Frage meiner Arbeit geklärt und ich hatte die Wahl zwischen neuem Job oder Auszeit. Sabine hatte schon geäußert, dass sie die Schule verkaufen wolle und der Wunsch wieder weiter in den Norden zu ziehen, keimte auch schon auf.
Weltreise, geil.
Ganz so einfach war es dann aber doch nicht…