Ja, genau. Heute morgen hatten wir vor unserem Umzug vom B&B ins airbnb noch etwas Zeit und sind kurz in die nahegelegene Virginia Historical Society gegangen, um etwas über die Geschichte dieses Bundesstaates zu erfahren.
Eine sehr sympathische, alte Dame mit Stock begrüßte uns und versorgte uns mit einigen Informationen. Wir gingen von Raum zu Raum. Da ich mir nicht alles merken konnte, ging ich nochmal zurück. Einer ihrer Kollegen fragte, woher wir kämen. Das ist hier eine sehr beliebte Frage, weil man uns unseren europäischen Akzent sofort anhört.
Als sie Deutschland hörte, meinte sie, sie sei in Regensburg gewesen, und zwar 1950, fünf Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges, unvorstellbar. 3 Monate lang sei sie mit ihrer Mutter durch Europa gefahren. In Regensburg im Speisesaal ihres Hotels trafen sie ein junges, alleinreisendes englisches Mädchen, das sie zu sich an den Tisch baten. Sie wollte nach Oberammergau zu den Passionsspielen, hatte aber keine Karte. Da habe nun meine damals auch noch jugendliche Gesprächspartnerin versucht, welche zu kaufen. Leider waren die Karten ausverkauft. Sie bekam nur den Hinweis, dass eine große Zahl von Karten an die amerikanische Armee gegeben worden seien. Wenn sie entsprechende Verbindungen habe … Und die hatte sie, ein Cousin war in Heidelberg stationiert. Ein Anruf genügte und sie bekam die besten Karten im ganzen Saal. Ein zweites Mal ist sie im Jahr 2000 zu den Passionsspielen nach Oberammergau gefahren.
Sie hat mit so großer Begeisterung erzählt, sicherlich hatte sie die Bilder von damals noch genau vor Augen. Es war einfach toll, ihr zuzuhören. Solche Begegnungen machen unsere Reise lohnenswert.