Im Hinterland Perus angekommen. Kleines Dorf in großem Canyon, hört sich ja so schon nach Touristenmagnet an. Dazu kommen noch die Versprechen, den größten Canyon der Welt, einen fast 5000 m Pass und riesige Kondore sehen zu können.
Die Sonne geht um 5:45 Uhr auf. Gestern waren wir recht erledigt und früh im Bett. Wir schauen von unserem Bett aus direkt gen Osten und sind passend zur blauen Stunde wach. Der dunkelblaue Morgenhimmel erhebt sich über einer zackig, schwarzen Bergkette, sehr beeindruckend. Die Sonne strahlt dann so verführerisch die Bergkette an, dass wir um 6 schon mal nach draußen gehen. Sabine streicht um das Hotel, ich gehe auf eine naheliegende Anhöhe, auf der mir gestern schon einige Steinhügel aufgefallen sind. Ich werde mit einem Blick über das Dorf auf eine Bergkette mit rauchendem Vulkan belohnt.

Auf dem Rückweg begegne ich schon einigen indigenen Peruanerinnen in ihrem traditionellen Out
fit, sie scheinen auf dem Weg ins Dorf zur Arbeit, tragen ein Bündel auf dem Rücken.
Nach dem frühen Frühstück machen wir uns auch auf den Weg nach Chivay, einmal über eine große Schlucht sind es ca. 10 Minuten Fußmarsch. Nach dem frühen Aufstehen und morgendlichem Kraxeln ist das in 3600 m Höhe aber doch anstrengend und wir müssen uns an ein langsames Tempo gewöhnen. Auf dem Hauptplatz und besonders auf dem Markt finden wir die Peruanerinnen wieder. Wie in Arequipa werden viele Kartoffeln und Mais angeboten. Fleisch und Fisch fehlen auch nicht. Einige Garküchen bieten hier frisch Gebrutzeltes zum Frühstück an. Wir sind so ziemlich die einzigen Touristen zu dieser Zeit. Die Frühaufsteher haben ihren Trip Richtung Titicacasee fortgesetzt, die anderen scheinen noch zu schlafen. Das macht das Umherstreifen angenehm, wir fühlen uns aber trotzdem als Fremdkörper hier.

Uns wurde eindringlich empfohlen, die naheliegenden heißen Quellen zu besuchen, 3 km die Straße runter, sollte zu Fuss machbar sein. Die Landstraße war zwar nicht viel befahren, die wenigen LKW stanken dafür um so mehr. Mit Mauern eingefasste Felder, Terrassengärten und wildes Kakteenland wechseln sich am Weg ab.

Zum Ende sind uns die 3 km, ich glaube es waren eher 5, etwas schwergefallen. Dafür war das Planschen im warmen Wasser sehr entspannend. Zurück sind wir doch mit dem Sammeltaxi gefahren, wir waren auch hier die einzigen Touristen.
Als wir dann aber wieder am Marktplatz angekommen sind, hatte sich das Bild komplett gewandelt. Rucksack schleppende Touristen und die Busse der Ausflugsanbieter haben den Ortskern übernommen. Aus unserer Sicht wirklich zwei Parallelwelten, die nichts miteinander gemein haben. Sabine hatte gestern unseren Führer gefragt, ob er mit dieser Art Massentourismus klar kommt. Nach einigem Zögern hat er dann nur kurz genickt.