Von Cusco ins mystische Tal der Inkas

Gestern hatten wir einen komplett organisierten Tag. Morgens vom Hotel in Cusco abgeholt und abends im Hotel in Ollantaytambo abgesetzt. Pumasonqo, unser Führer, macht von Anfang an klar, dass er sich als echter Quechua sieht. Am Sonntag bei der Volkszählung musste man auch ankreuzen, welcher Volksgruppe man sich zugehörig fühlt, Quechua, Aimara, Creolisch, usw. Klar, was er genommen hat.

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Pumasonqo möchte auch keinesfalls als Indianer oder Ureinwohner betitelt werden. Er ist Quechua! Während der Besichtigungen spricht er auch immer von „seinen Leuten“, wenn er über die Leistungen der Inka redet. Als Inka wurden nämlich die Herrscher der Quechua bezeichnet. Inka heißt in Quechua (der Sprache) König.

Er hat ein gemischtes Verhältnis zu den Spaniern. Die Zerstörung der Inka Kultur lastet er ihnen nur teilweise an. Er sagt, wie können wir behaupten, dass 170 Spanier ein Volk von 4 Millionen zerstören können. Trotz der eingeschleppten Pocken, waren es, nach seiner Ansicht, schon die Einheimischen, die sich von den Spaniern haben ausspielen lassen.

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Wir fahren über einen kleinen Pass, 4.335m, ins heilige Tal der Inka. Augenblicklich wird es noch einmal grüner als im Cusco Tal. Die Maisstauden sind teilweise schon einen Meter hoch. Hier gibt es den größtenimg_1172.jpg Mais weltweit. Luis hat uns gestern schon erzählt, dass diese sehr gute Inka Saat das Argument zur Assimilierung anderer Völker war.

Die Inka sind zu den Nachbarvölkern gegangen und haben ihnen das Angebot gemacht, ihre Kenntnisse und insbesondere ihre Agrarerzeugnisse zu teilen, außerdem bekamen alle Götter in der Hauptstadt Cusco einen würdigen Platz und wurden respektiert. Die lokalen Herrscher blieben im Amt und wurden auch respektiert. Als Gegenleistung musste die halbe Ernte abgegeben werden. Dieses Angebot wurde zwei mal gemacht. Danach kam die Inka Armee und hat das nächste Volk übernommen. Mit dieser Taktik wuchs das Inkareich schnell und gewann enorm an Erkenntnissen. [Luis]

An der Straße gibt es viele Holzstecken mit einer roten, gelben oder blauen Plastiktüte dran. Kenne ich schon aus Bulgarien, da hing eine Plastikflasche dran, wenn es schwarzgebrannten Rakia gab. Hier weist es auf selbstgebrautes Bier hin. Weiss = Maisbier, Blau = Maisbier aus Lila Mais, Rot = Erdbeerbier. Das ganze im Eimer, vor der Tür präsentiert. Pumasonqo meint, es sei gutes Bier zu einem unschlagbaren Preis.

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Im nächsten Dorf gibt es dann Grillgeruch, wenn man genau hinschaut halten ein paar Frauen einen Stock hoch. Wenn man noch genauer hinschaut, ist oben am Stock ein frisch gegrilltes Meerschweinchen. Da unser Mittagessen etwas überfällig ist, habe ich  eher Speichelsturz als Verwunderung. Das Dorf ist für diese Spezialität bekannt.

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Jetzt aber doch mal zu den Sehenswürdigkeiten. Der erste Stop ist in Pisac, einer Inka Terrassenanlage. Diese darf aus Denkmalschutzgründen nicht mehr bewirtschaftet werden. Oberhalb befindet sich eine Anlage mit mehreren Häusern. Sieht sehr beeindruckend aus, da die Häuser weit oben am Berg kleben. Die Erklärung liegt in den Terrassen selber, um die Lebensmittel haltbar zu machen, haben die Inkas sie einfach getrocknet. Das geht natürlich am besten in hohen Lagen mit einem stetigen Wind. Damit haben alle Felder irgendwo oben am Berg Aufbewahrungshäuser, Colca in Quechua. Daher auch der Name des Colca Tales.

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2 Kommentare zu „Von Cusco ins mystische Tal der Inkas“

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