Simpler Flug von Peru nach Argentinien, kann ja nicht so spektakulär werden, dachte ich.
Wir starten mit Uber durch den morgendlichen Berufsverkehr. Hupen, quer durchschießende Kleinbusse, Fußgänger, die versuchen unbeschadet die Straße zu überqueren. Wir haben uns schon ein wenig dran gewöhnt, Abschied von den Peruanern.
Departure, Lima, diesig, wolkig, wie immer, wir fliegen erst mal aufs Meer hinaus, dann die Küste runter. Interessanterweise funktioniert das GPS an meinem Handy. Raus aus dem Dunst kommen wir so nach 15 Minuten. Auf der Karte sieht es aus, als würden wir über Nasca fliegen. Mal schauen, ob wir etwas von den Linien in der Wüste sehen, haben wir ja bei unserer Rundreise ausgelassen. Nasca sehe ich deutlich, sind wir für die Linien in der Sierra zu weit weg? Vorsichtshalber mache ich ein paar Fotos, mal schauen, ob man später was drauf erkennen kann.

Rechts liegt Nasca und die Figuren müssten genau unterhalb des linken oberen Flusslaufes zu erkennen sein. Ich sehe auch weiße Strukturen, aber wirklich nichts Konkretes. Selbst in Google Earth sieht man nicht mehr.
Als nächstes Arequipa, wir sehen die 5000er Vulkane noch mal aus der Ferne, der Misti wirkt auch von hier aus imposant. Weiter geht es über das offene Meer nach Chile. Die chilenische Küste sieht gut aus, schöne Wellen, dahinter wüstenartige graue, sandige Flächen. Es ist etwas turbulent, das Mittagessen wird verschoben.

Wir nehmen einen Inlandskurs, San Pedro de Atacama. Fängt hier wirklich schon die Atacama Wüste an? Es sieht so aus. Wir überfliegen einen sehr großen Tagebau, die Löcher sehen beeindruckend aus, viele kreisförmige Terrassen führen ringsum nach unten. Das irre sind die Farben, weißes Salz umgeben von sandgrauen Flächen, rostigen Flussläufen, die aus kupferroten Hügeln zu entspringen scheinen.

Wir müssen uns wieder anschnallen, keine Toilettengänge über den Kordilleren! Vulkankegel kommen ins Bild, es scheint höher zu gehen, viel Schnee in den steilen Rinnen an den Vulkanen. Azurblaue Bergseen dazwischen. Die Berge werden schroffer und zack schon sind wir drüber in Argentinien, Chile ist halt doch schmal. Es wird wolkig, mal schauen, was wir als nächstes sehen werden.

Argentinien, weites plattes Land, viele Felder, grüne Flussläufe. San Miguel de Tucuman, sagt die Karte. 30 Minuten später, die Felder werden riesig, Gaucholand? Oder doch eher Regenwald. Ich kenne mich in Argentinien wenig aus, wird sich in den nächsten Tagen ändern müssen.
Die Gipfel der Berge, immerhin ging es auf über 6000m hoch, waren doch deutlich näher als jetzt die argentinische Tiefebene.
Viereinhalb Stunden Flug und noch mal die ganze Vielfalt Südamerikas gesehen, hat Spaß gemacht, auch wenn es etwas ruppig war.