Montevideo

Für mich ist unser Blog die Möglichkeit, meine Erlebnisse spontan aufzuschreiben, damit ich mich, wann auch immer, nach einem Monat oder im nächsten Jahr daran erinnern kann. Der nette Nebeneffekt ist, dass, wer Lust dazu hat, ein bisschen verfolgen kann, was wir tun und man muss nicht mehrfach Freunde und Verwandte aufs Laufende bringen. In jedem Telefonat oder mit jeder Mail wären es nur kleine Bruchstücke, die man berichtet. Mit dem Blog erscheint es mir etwas umfassender. Und unser ganzes Erleben danach in einem Buch nachschlagen zu können, statt immer am Rechner zu schauen, finde ich sehr reizvoll. Aber ich habe ja auch mein kleines Büchlein, dem ich meine Erlebnisse anvertraue, ist nur ohne Bilder.

Ich bin ohnehin in meinen Reiseerlebnissen sehr genügsam. Mir reicht ein bisschen Wasser am Wasser. Im ersten Hotel in Montevideo, dessen Architektur mich an so ziemlich jeder Stelle wütend gemacht hat, gab es als einzigen angenehmen Ort den Mehr-oder-weniger-Infinity-Pool in der 7. Etage mit Blick auf’s Meer. Den hatten wir zeitweise für uns allein und mir hat nichts gefehlt.

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Auch ein langer Strandspaziergang durch die Bucht von Pocitos konnte mich sehr entspannen.

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Leider steht dieser Leuchtturm zwar am südlichsten Ende von Montevideo, aber nicht wirklich in schöner Umgebung.

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Schon zu Beginn hatte ich einen Stadtplan bekommen, in dem sehenswerte Bauwerke verzeichnet sind.

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Diese haben wir uns gestern nicht ganz alle angeschaut. Bei der Nr. 52 angefangen war es ein ziemliches Stück bis zum Hafengrill (Nr. 2), von dem Jan schon berichtet hat. Ich war ziemlich beeindruckt von der Vielfalt der Baustile, die auch hier, genau wie in Lima oder Buenos Aires oft unter einer dicken Schicht Staub verborgen liegen. Aber wenigstens weist man die Besucher darauf hin, d.h. dass es ein gewisses Bewusstsein für den reichen Schatz der Architektur in dieser Stadt gibt. Neben den Gebäuden im Kolonialstil finden sich sehr viele Gebäude aus der Zeit von 1900 – ca. 1940, also vom Art Deco- bis zum schlichten Expressionismus/Bauhaus-Stil. Ich könnte sofort anfangen, mit 100 Studenten diese Häuser anzumalen. Eine solche Vielzahl an Wohn- und Geschäftshäusern aus dieser Zeit in einer Stadt habe ich noch nie gesehen, die Übersicht zeigt nur eine kleine Auswahl entlang einer Einkaufsstraße. Dass es zu der Zeit einen so großen Bauboom gab, lag daran, dass es 1888 das einzige Erdbeben in Montevideo gab und zeitgleich einen großen Strom an Zuwanderern aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation in der Stadt bzw. im Land.

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Die Altstadt ist wirklich alt.

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Sehr schön ist, dass Freiheit überall weiblich ist.

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