Die Universität in Cordoba

Ich hatte den Vorschlag gemacht, auf dem Weg Richtung Santiago de Chile einen Besuch in Cordoba einzulegen. Alte Universitätsstädte finde ich toll. Dass wir es mit Cordoba insgesamt nicht so leicht finden, hatten wir ja schon beschrieben.

Am Dienstag wollten wir eigentlich eine Führung durch die Universität mitmachen. Aber dann kam alles anders. Als ich in einen der Innenhöfe kam, sah ich ein Paar auf einer Bank sitzen, das mir bekannt vorkam. Ich war mir aber nicht ganz sicher, ob es Maria und Declan waren, die wir bei unserer Rundreise in Peru kennengelernt hatten. Ich setzte mich auf eine Bank gegenüber, Declan schaute zögerlich zu mir herüber, stieß dann seine Frau an und sie schauten beide in meine Richtung. Vorsichtiges Winken auf beiden Seiten machte klar, dass wir uns kannten.

Da sie am Abend weiter fahren wollten, haben wir unseren Uni-Besuch kurzerhand ausfallen lassen, sind zusammen essen gegangen und haben unsere Reiseerfahrungen ausgetauscht. Ich hätte nie damit gerechnet, dass man jemanden nach 3000 Kilometern und fast einen Monat später unverabredet wieder trifft.

Der Plausch war sehr nett. Aber die altehrwürdige Universität hat uns das Schwenzen nicht verziehen. Seither haben wir keine Chance mehr, an einer Führung teilzunehmen. Mittwochs gibt es grundsätzlich keine Führungen, gestern waren wir auf dem Land und heute ist das Büro einfach ohne für uns erkennbaren Grund geschlossen. Die Stadt macht es uns nicht einfach. Letzte Chance ist morgen früh aufzustehen und um 10.00 Uhr mutig nochmal versuchen.

Aber das war uns mit Frühstück und Check–Out dann doch zu früh. Also wollen wir uns die deutsche Beschreibung ausleihen und die Räume allein erkunden. Der Inaugurationssaal ist für den Anlass angemessen ausgestattet, hat uns aber in Coimbra mehr beeindruckt, weil es neben Uni-Saal auch gleichzeitig etwas von Kirche und Theater hatte.

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Wir können in einige Büchersäle schauen, dort gibt es eine Bibel in 7 Sprachen. So etwas gibt es heute, glaube ich, nicht mehr. Diese Werke waren den Hochgebildeten vorbehalten und nur ihnen war das Studium an dieser Universität über 300 Jahre möglich, bis die Studenten 1918 erfolgreich dagegen protestiert haben und es endlich zu Reformen kam.

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Damit konnten wir wenigstens einen Teil der ältesten Universität Argentiniens doch noch anschauen.

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Am Abend geht unser kurzer Flug nach Mendoza. Diese Stadt liegt auch noch in der trockenen Steppe, aber schon nah an den Anden. In weiter Ferne sieht man schneebedeckte Berge. Diese Stadt ist sehr gemütlich klein und überschaubar und heute am Sonntag auch sehr ruhig. Die 30 Grad kann man im Schatten mit einem leichten Steppenwind gut ertragen.

1 Kommentar zu „Die Universität in Cordoba“

  1. Hallo ihr beiden,
    das ist mir auf dem Jakobsweg auch immer wieder passiert. Meine Mitwanderin hat einmal den Nachbarn aus ihrem Heimatdorf getroffen. Allerdings waren das keine 3000 KM Entfernung. Finde ich ganz spannend, wusste ich garnicht, dass es auch ein Cordoba in Argentinien gibt, bin ja kein Fußballfan…Das sieht schon ganz anders aus, als in Paderborn, oder Sabine?
    Hier fängt es langsam an, kalt zu werden. Wird aber auch Zeit, am Freitag ist der 1. Dezember!
    Liebe Grüße und weiterhin eine spannende Reise, Petra

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