Pablo Neruda

Das Haus von Pablo Neruda (chilenischer Literatur-Nobelpreisträger von 1971) in Isla Negra zu besuchen, war mein persönlicher Antrieb, nach Chile zu fahren. Bei der Vorbereitung fanden wir heraus, dass er zwei weitere Häuser in der Nähe besaß, die man ebenfalls besuchen kann. Wir besuchen zunächst das Haus in Santiago. In allen seinen Häusern darf nicht fotografiert werden. Nur von außen sind Fotos erlaubt. La Chascona ist von außen recht unauffällig. Das Wunderbare befindet sich auf 4 Etagen im Inneren.

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Neruda hat die Gestaltung seiner Häuser sehr gerne selbst übernommen. Er war ein Sammler schöner Gegenstände und hat beispielsweise Kirchenfenster und Glastüren, die er auf Märkten oder sonstwo fand, in seinen Häusern einbauen lassen und diese dadurch ständig verändert. Er hatte sehr gerne Gäste, die er zum Mittag- oder Abendessen einlud und mit denen er sich ausgiebig unterhielt. Ich denke, für einen Dichter sind Gespräche wichtige Inspirationsquellen für das literarische Schaffen.

Da er viele Jahre als Botschafter in fremden Ländern tätig war, u.a. in Paris, hat er von überall Erinnerungs- und Sammelgegenstände mitgebracht. So finden sich in allen Häusern liebevoll gedeckte Esstische mit edlem Geschirr überwiegend aus England und bunten Trinkgläsern zum Teil aus Portugal.

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Er selbst soll sich auch sehr detailliert mit der Menüfolge befasst haben. Um den Aperitif in angemessener Form servieren zu können, gab es in jedem Haus mindestens eine Bar, in La Chascona gab es zusätzlich eine Sommerbar. Dieses Haus wurde einen Hügel hinauf gebaut, die einzelnen Zimmer entstanden nach und nach.

Am meisten beeindruckt hat mich das Haus in Valparaiso, La Sebastiana. Es liegt hoch oben über der Stadt und erstreckt sich ebenfalls über mehrere Etagen.

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Wenn man das Wohn- und Esszimmer mit den riesigen Fenstern betritt, genießt man einen atemberaubenden Blick auf Stadt und Hafen.

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Dieses Haus ist in einer Farbgebung gestaltet, die meinem Geschmack sehr nahe kommt. Hier hat Pablo Neruda sehr gerne die Silvesterabende mit Freunden verbracht und das mitternächtliche Feuerwerk im Hafen angeschaut.

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Neruda liebte das Meer. Und deshalb hat er sich in Isla Negra ein Haus direkt am Meer bauen lassen, ganz nah an den tosenden Wellen des Pazifiks.

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Wenn er von Reisen zurückkehrte, betätigte er sofort die Glocke, damit die Nachbarn wussten, dass er wieder da war.

Nachdem wir bereits die beiden lebhaften Häuser in Santiago und Valparaiso angeschaut hatten, wo man das Lebensgefühl des Dichters nachempfinden konnte, erschien mir das Innere des Hauses in Isla Negra eher museal. Er hatte viele Gegenstände aus dem Bereich der Seefahrt gesammelt, die hier in diversen Häusern ausgestellt werden. Die Anlage der Häuser insgesamt gefiel mir sehr gut.

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Wie in Valparaiso wachte Neruda auch hier mit Blick aufs Meer auf, herrlich.

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