Beim Franz

Franz Schubert ist ein Pionier im Tourismus in Chile. Direkt nach Pinochet, sagt er selber, ist er nach Chile gezogen und hat auf dem Land, außerhalb von Talca, ein Hostel aufgebaut. Das Hostel hat sich inzwischen in ein weitläufiges Gelände mit vielen kleinen Häusern gewandelt, eher ein Resort, mit Pool, Abenteuerspielplatz, guter Küche und Frühstück. Seine Firma Trekking Chile plant und organisiert Touren in ganz Chile. Eine angeschlossenen Stiftung sorgt für die ökologische Aufforstung in diesem Teil Chiles. Für jede Übernachtung und jede getrunkene Flasche Wein wird ein Baum gepflanzt. 4 neue Bäume haben wir damit erschlafen.

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Rolf plant die Wanderungen hier immer mit der Handy App Trekking Chile, auch von Franz bzw. seiner Stiftung finanziert und mit 380 Wandervorschlägen bestückt. Franz sagt, er selbst habe 270 davon eingestellt. Die erste haben wir schon als Stadtrundgang in Valparaiso absolviert.

Als wir in seiner Casa Chueca ankommen, werden wir auch gleich von ihm persönlich begrüßt. Mit der Axt in der Hand bietet er uns an, ihm beim Entfernen einiger Wurzeln anzupacken. War uns aber, auch weil die Übernachtung nicht wirklich preiswert ist, zu anstrengend und wir bestellen lieber ein Bier und legen uns in den Pool. Nach längerer Autofahrt durch Chile tut etwas Entspannung gut.

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Abends sitzen wir mit ihm am Tisch und kommen auf das Erdbeben von 2010 zu sprechen, nach Franz das fünft schwerste, das je gemessen wurde. Das Haus, vor dem wir sitzen, hat es um 3 Meter verschoben, erzählt er. Der Pool wurde ausgeleert. Die einzigen Häuser, die stehengeblieben sind, waren die alten, aus Adobe Steinen erbauten, die er schon so auf dem Gelände übernommen hatte. Die von ihm vorgenommenen Änderungen hätte es auch erwischt. Macht schon Sinn, wie die Einheimischen zu bauen.

Am nächsten Morgen macht Franz‘ Sohn eine Führung durchs gelände-eigene Museum. Er ist ca. 12 Jahre alt, kennt sich super aus und erklärt uns die Geologie, Tier– und Pflanzenwelt der Gegend, weiß natürlich, dass hier Chiles größter Botaniker geboren wurde. Der Landstrich heißt Maule und reicht vom Pazifik bis in die Anden zur Grenze nach Argentinien. Als Zugabe erklärt er uns noch alle lokalen Fischarten des Pazifiks. Damit blicken wir beim nächsten Mal evtl. besser durch die Speisekarte.

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Barbecue am Abend hätte etwas besseres Rindfleisch haben können, Sabine war aber mit dem Schweinefleisch sehr zufrieden und die Salate waren total lecker.

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Mit den zwei Übernachtungen hier haben wir uns ja quasi einen freien Tag geschaffen. Sabine verbringt ihn relaxed auf dem Gelände, Rolf und ich starten, aber auch erst um 2, zu einer kurzen Wanderung am Andenrand. Die Autofahrt geht zu einem idyllischen Stausee und über etwas Schotterstrasse zu dem Eingang des Parque Natural Tricahue. Anderthalb Stunden durch einen sehr schönen Wald, rauf zu einer wilden Schlucht mit gurgelndem Gebirgsbach. Bisschen Kraxelei, viele neue Baumarten und Pflanzen kennengelernt und als erste Wanderung in Chile genau richtig.

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Neben den rumlaufenden Eidechsen begegnet Sabine noch dem Käfer im Bad. 6 cm machen schon etwas Eindruck. Rolf verspricht, dass es im Süden noch etwas wilder wird.

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