Cucao

Nachdem die Wanderung im chilenischen Dschungel beim letzten Mal wegen schlechter Straße ausgefallen ist, hat Rolf einen zweiten Anlauf genommen und wir sind nach Cucao auf die Insel Chiloé gefahren. Unser südlichster Punkt bisher (42°37’28.3″S), mal schauen, ob wir irgendwo noch südlicher kommen. Hier in Chile macht es keinen Sinn, weiter nach Süden zu fahren, die Carretera Austral ist genau südlich von Chiloé durch eine Schlammlawine zerstört worden, 11 Menschen kamen ums Leben. Man kann nur mit dem Boot weiter oder über Argentinien. Ist halt doch sehr am Ende der Welt, auch wenn es sich nicht so anfühlt.

Achja, Cucao, wir fahren auf einer bequemen Teerstraße bis zum Eingang des Nationalparks und sehen uns mal wieder einen Wald an. Ich scheine doch richtiger Sauerländer zu sein, wenn ich von purem Wald so fasziniert bin.

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Der größte Unterschied zum Dschungel in Peru ist natürlich die Temperatur, daneben sorgt die Küstenlage aber für einen krüppeligen, niedrigen Bewuchs. Wo in Peru immer noch eine weitere Wipfelschicht kam, bis auf 60, 80 Meter Höhe, sieht man hier ab und an den Himmel.

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Nichtsdestotrotz kann man auch in diesen Wald nicht vordringen, er ist eher noch dichter als in Peru. Schlingpflanzen winden sich um jeden Stamm, man kann den Baum teilweise gar nicht mehr erkennen. Moose gibt es nicht nur am Boden, sondern bis in die höchsten Baumgipfel. Der letzte Wassertropfen wird aus der Luft gesaugt.

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Ein Holzpfad windet sich durch den Dschungel und ist der einzige Weg, diese Natur zu erleben. Wir kommen in ein Moor, der Bewuchs ist niedriger, alles Moos voller Wasser. Plötzlich endet der Weg und wir müssen uns durch tiefen Schlamm kämpfen. Der Sauerländer ist hier von Nachteil, man geht ja nicht um. Wir müssen den zweiten Teil etwas zugeschlammt erledigen.

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Chiloe ist für seine zahlreichen Holzkirchen bekannt. Sie wurden von Jesuiten ab dem 17. Jahrhundert erbaut. Alle sind rein aus Holz errichtet. Uns erinnern sie sehr an skandinavische Stabkirchen. Auch innen sind viele sehr bunt gestaltet.

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Die größte und einzige mit 2 Türmen befindet sich in Castro. Innen ist sie komplett in dunklem Holz gehalten. Viele Intarsien aus verschiedenfarbigem Holz machen die Kirche feierlich.

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Da es noch nicht Heiligabend ist, hält der heilige Antonius von Padua das Jesuskind im Arm. Sehr schöner Ort.

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Zum Abschluss schauen wir uns noch die Pfahlbauten im Hafen von Castro an. Trotz der Lage zwischen Festland und Insel, scheint es hier ab und an hohes Wasser und hohe Wellen zu geben.

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Mit dem Wetter haben auch wir nicht immer Glück, sehr durchwachsene 15°.

 

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