Chile

Nun haben wir auch einen Monat lang Chile angeschaut. Wir waren „nur“ in Zentralchile und im kleinen Süden. Luftlinie waren es von Santiago bis zu unserem südlichsten Punkt etwa 1.000 km. Aber wir sind ja vom Pazifik bis in die Anden kreuz und quer gefahren, insgesamt waren es ca 5.500 km. Den trockenen, heißen Norden mit der Atacama-Wüste sowie den kalten, von Gletschern geprägten Süden haben wir ausgelassen. Chile zwischen Santiago und Puerto Montt hat uns genug Abwechslung geboten und wir haben schon viel über unsere Eindrücke geschrieben.

Deshalb schreibe ich nur noch ein paar Beobachtungen auf, um mich später daran erinnern zu können.

Wir sind immer wieder auf der Panamericana gefahren, die sich ganz lang von Alaska bis Feuerland zieht. Es ist eine 4-spurige „Autobahn“ mit Mittelleitplanke, soweit den deutschen Autobahnen ähnlich. Aber am Straßenrand ist alles möglich. Es gibt Bushaltestellen, freilaufende Hühner, man kann Erdbeeren kaufen, zu Mittag essen, diese Straße überqueren, Fahrräder kommen einem entgegen. Es ist ein bisschen abenteuerlich.

Dass Zentralchile der deutschen Landschaft an vielen Stellen sehr ähnlich ist, ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass im 19. Jahrhundert so viele Deutsche hierher gekommen und geblieben sind. Einige deutsche Wörter haben Eingang in die spanische Sprache gefunden. Am häufigsten habe ich Kuchen aléman gelesen. Es gibt des öfteren Streuselkuchen, Apfelstrudel und mehrschichtige Torten in allen Variationen. Diese essen die Chilenen gerne gegen 18.00 Uhr, wenn wir schon an den Aperitif denken.

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Auch in den letzten Jahren sind viele Deutsche oder Deutschsprachige nach Chile gekommen, um hier zu leben und ihr Geld zu verdienen, dies zumeist im Tourismus-Bereich. Sie sind als Touristen gekommen, waren begeistert von der fantastischen Landschaft und sind geblieben. Einige von ihnen haben uns ihr Leid geklagt, wie schwer es ist, erfolgreich zu sein. Die Saison ist kurz. Und einige haben auch schon wieder aufgegeben, eine schnelllebige Branche, wie uns scheint. Franz meint, dass es einfach mittlerweile zu viele Anbieter gäbe.

Die (Wohn)-Häuser in Chile haben mir überhaupt nicht gefallen. Sie wirken alle sehr ungepflegt und zum Teil baufällig. Rolf meint, man würde mehr Wert auf die Autos legen. Das habe ich beobachtet und stimme ihm zu. Im Verhältnis zu den Häusern sind die davorstehenden Autos vielfach unproportional groß. Die Chilenen fahren gerne geländegängige Pick-ups. Aber in den Gärten gibt es unzählige Blumen, darunter viele Rosen.

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In allen südamerikanischen Ländern gibt es noch viel mehr kleine Fachgeschäfte als bei uns. Die Verkäuferinnen bedienen oftmals noch in Schürze hinter der Theke. In allen größeren Städten gibt es aber auch die großen Malls, die sich in jeder anderen europäischen oder amerikanischen Stadt befinden könnten.

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Schaut man sich Textilien näher an, muss man feststellen, dass auch Chile in China fertigen lässt.

Das Barzahlen finde ich in Chile deutlich angenehmer als beispielsweise in Argentinien, wo ich nur völlig abgenutzte Scheine in die Hand gedrückt bekam. Hier wirken die „Plastik-Scheine“, wie Jan sie nennt, sehr sauber.

Wenn ich das Essen in den bereisten südamerikanischen Ländern vergleiche, schneidet Peru mit Abstand am besten ab. Das Land hat aufgrund seiner vielfältigen klimatischen Zonen eine solche Fülle an verschiedenen Obst- und Gemüsesorten, dass sie daraus eine besonders feine, aromatisch wunderbar abgestimmte Küche zaubern können. Ceviche (marinierter, roher Fisch) und Pisco Sour (Cocktail) beanspruchen sowohl die Peruaner als auch die Chilenen für sich. In beiden Fällen gebe ich eindeutig der peruanischen Variante den Vorzug.

Hier in Chile habe ich viele verschiedene Fischsorten probiert, die bei uns nicht bekannt sind und fand sie alle lecker.  Das Churrasco (dünne, gegrillte Rindfleischscheiben) hat mir hier gut geschmeckt und die vielen Zubereitungsarten von Avocado.

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Es war sehr schön, so viele Tiere beobachten zu können, die offensichtlich sehr glücklich und in Gemeinschaft mit den Menschen leben. Die Pinguine werden sehr vermarktet, die Seelöwen werden von den Fischhändlern gefüttert. Die Hühner stolzieren durch die Gärten, kleine Ziegen klettern auf Bäumen herum, Kühe und Pferde, manchmal auch ein paar Schweine dazwischen, teilen sich die Wiesen.

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In Chile habe ich deutlich mehr Rinder als in Argentinien gesehen.

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Und wem haben wir diese endlosen Eindrücke zu verdanken – Rolf. Er hat bei seiner Ankunft in Santiago einen riesigen Papierstapel vorbereiteter Rundgänge und Wanderungen ausgepackt, von dem wir einen Großteil „erledigt“ haben. Es war eine wunderbare Zeit mit Dir – ganz lieben Dank, dass Du uns Dein Chile gezeigt hast.

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