Wir sitzen hier mit einem riesigen Berg Fish’n Ships in Awanui auf der Hauptstrasse und lassen es uns schmecken. Der kleine Lebensmittelladen nebenan wollte mir keine einzelnen Flaschen Bier verkaufen, nur das 24er Pack gab es gekühlt. Also hab ich den Liter Cider in der Plastikflasche genommen, man muss sich an die lokalen Gegebenheiten anzupassen wissen. Gestern noch lecker Surf’n Turf, auf neuseeländisch Ship’n Shore, mit Filet und Muscheln, gegessen, heute Take Away auf’m Dorf.

Sonnenbrand haben wir auch, gestern einen Strandartikel zu veröffentlichen, war wohl etwas voreilig. Obwohl soviel Strandzeit hatten wir gar nicht, gefühlt haben wir mehr im Auto gesessen. Außerdem kann ich nicht jeden Tag sagen, dass ich den weißesten, feinsten Sand ever unter den Füßen hatte.

Heute morgen haben wir unsere Rundfahrt zum Nordende von Neuseeland gestartet. Es gibt einige Anbieter, die diese Tour im Truck mit Rückfahrt über den 90 Miles Beach anbieten, war Sabine aber zu viel in der Natur rumheizen, daher machen wir es auf eigene Faust, ohne Allrad Strandralley. Jetzt am Abend kann ich aber sagen, alles richtig gemacht, 250km, die sich gelohnt haben. Unser erster Stop, Houhora Harbour auf der Ostseite, war noch etwas verschlafen und mehr etwas für den Bootsbesitzer. Der imposante Berg auf der anderen Seite der Hafen– und Buchteinfahrt ist eine schöne Einstimmung auf die Natur, die uns erwartet.

Die Landschaft auf diesem schmalen Nordende von Neuseeland wird im Reiseführer als langweilige Fahrt durch Weideland beschrieben. In Wirklichkeit ist es aber eine sehr interessante Fahrt durch sehr abwechslungsreiches Weideland. Die hügelige Landschaft, immer wieder durch Waldflächen unterbrochen, ernährt schwarze Rinder und weiße Schafe, sehr schöne Farbkombination, die uns den Tag über begleitet.

Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir das Cape Reinga, Ende der Straße, Ende von Neuseeland. 18000km von zuhause. Die Sandbuchten, die man links und rechts des Kaps sehen kann, machen Spaß auf mehr und wir haben schon einige Abfahrten zu solchen gesehen. Die wollen wir auf dem Rückweg ausprobieren.

Erster Stop ist die Tapotupotu Bay, feinster, breiter Strand, perfekte Wellen. Es ist groß genug, sodass selbst die Campingplatzbewohner nicht weiter auffallen. Die Bucht liegt genau in der Zone, in der sich Pazifik und tasmanische See vermischen. Die Wellen sind schön hoch, man muss aber weit reinlaufen, bevor man schwimmen kann. Brettebener Sand bis weit ins Wasser hinein. Allerdings so heiß, dass ich für den Weg zurück zum Auto doch lieber die Schuhe anziehe. Toller Stop, tolle Bucht.

Auf der Hinfahrt war uns schon eine riesige Dünenlandschaft auf der Westseite aufgefallen. Da fahren wir jetzt mal hin. Te Paki Stream and Sand Dunes heißt es offiziell. Man kann hier auch mit dem Allradwagen auf den Strand fahren, allerdings trauen wir uns dann doch nicht durch das nasse Flussbett zu fahren, so ohne Allrad. Die Düne ist aber einen Besuch wert, ich war in Bordeaux auf der Düne, als man noch überall rumlaufen konnte, hier ist es noch etwas größer. Ich laufe den ersten Berg hoch in der Hoffnung, das Meer schon sehen zu können.

Pustekuchen, nächste Sandwelle auch noch hoch. Alles loser Sand, 2 Schritte vor, einen zurück. Die Aussicht entschädigt allerdings. Runter geht es nicht mit dem Board, gab nur solche Porester Wellenbretter zu leihen, sondern in großen Sprüngen, war leider etwas kurz.

Wir sind schon ziemlich durch und diskutieren, ob ein weiterer Stop Sinn macht. Zum Glück entscheiden wir uns dann doch, noch zum Rarawa Beach abzubiegen. Auf der Fahrt hatten wir schon schneeweiße Dünen gesehen, die fast wie Salzberge aussahen. Der schönste Strand des Tages, fast leer, breit und so was von weiß, dass man es kaum glaubt. Das Überraschende war aber, wie fein der Sand war, kaum zu fühlen zwischen den Fingern. Super Meer, toll um noch mal schwimmen zu gehen.

Uns pinkelt fast der Hund des Nachbarn an und wir kommen ins Gespräch. Ausgewanderter Deutscher, erst nach New York, nach 9/11 wurde es ihm aber zu hektisch und er ist nach Neuseeland. Seine beiden Söhne (9/10) surfen und er gibt den stolzen Anfeuerer. Er hat gerade seine Firma für Kites verkauft und macht auf Urlaub. Sieht mir nach der richtigen Gegend aus.
Wir entschließen uns, es damit für heute gut sein zu lassen, waren auch so schon zu viele Eindrücke. Sabine springt noch mal in den Pool am Motel. Fish und Chips warten schon.
Ja, das klingt gut, hab’s auf die TODO Liste geschrieben. Sonnenbrillenwetter von oben und unten!
sounds like a really good time.