In die australische Hauptstadt

Nach netten Tagen in Sydney machen wir uns auf den Weg nach Canberra. Kaum jemand kennt diese Stadt. Es ist die australische Hauptstadt, Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Boden gestampft, weil sich Sydney und Melbourne nicht einigen konnten, welche Stadt den Regierungssitz bekommen sollte.

Auf dem Weg kommen wir in Berrima vorbei. Es ist eine Kleinstadt, auf der einen Seite das Gefängnis, es ist seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts immer noch in Betrieb. Sicherlich hat es etwas damit zu tun, dass England nach der Unabhängigkeit Amerikas seine Strafgefangenen nach Australien gebracht hat. Auf der anderen Straßenseite Mini-Shoppingmeile für geschichtsinteressierte Touristen. Die zahlreichen, sehr gepflegten Steinhäuser im englischen Stil machen den Ort besuchenswert.

Unser Weg führt uns weiter durch die Lüneburger Heide. Die Landschaft sieht ähnlich aus und auf der Betonautobahn könnte auch bald die Abfahrt Heidepark Soltau kommen. Es erinnert mich sehr an unsere Fahrten zwischen Hamburg und zuhause.

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Der nächste Ort ist Goulburn, die „erste Inlandsstadt Australiens“ liest man am Ortseingangsschild, hat gut 20.000 Einwohner und sieht aus wie eine der zahlreichen Westernstädte, durch die wir schon gekommen sind. Viele Gebäude sind aus der englischen Kolonialzeit gut erhalten.

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Samstag ab Mittag ist es keine gute Zeit, in eine Stadt zu kommen. Alle Geschäfte, Cafés und kleinen Restaurants machen nach und nach zu. Im Internet steht, Goulburn sei ein Zentrum der Schafzucht, bislang haben wir kein einziges gesehen. Aber direkt nach dem Ort erstrecken sich weite trockene Hügel, auf denen die Schafherden kaum zu erkennen sind.

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Canberra besteht aus Baustellen und großen Regierungsanlagen. Etwas außerhalb gibt es weitläufige Grünanlagen und einen großen See, man sieht kaum Menschen. Es ist ganz anders als das pulsierende Sydney. Die Regierungsmitarbeiter haben bestimmt eine hohe Freizeitqualität.

Abends bummeln wir durch die Innenstadt, nur ein kleiner Bereich ist belebt, mit Restaurants und Bars. Plötzlich treffen wir auf Jamie’s Italian. Das probieren wir aus und nehmen in Australien eine italienische Pizza von einem englischen Fernsehkoch.

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Die Innenstadt selber wirkt wie eine Mischung aus Washington und Bonn. Auf engstem Raum befinden sich alle wichtigen Einrichtungen eines Staates, neben den Regierungsgebäuden, Theater, Bibliothek, Museum etc. Es ist natürlich alles viel kleiner als in Washington, eben ein bisschen eng und gedrängt wie es in Bonn war.

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