Thailand

Nach einer knappen Woche Bangkok kann man nichts über Thailand sagen. Bangkok hat uns gut gefallen, aber die überwältigende Schönheit der Natur findet sicherlich woanders statt. Viele Postkarten lassen es erahnen.

Eine thailändische Hotelmitarbeiterin in Singapur meinte, Bangkok sei schmutzig und nicht so sicher wie Singapur. Es ist immer eine Frage der Relation. Sicher haben wir uns bislang eigentlich so ziemlich überall gefühlt. Bangkok ist nicht so sauber wie Singapur, das stimmt. Aber im Verhältnis zu Indien, wo wir zwischendurch waren, ist auch Bangkok ganz okay. Tuk-Tuks sind in beiden Ländern sehr beliebt, aber hier sind sie richtige Hingucker. Von unserem Zimmer schauen wir auf eine Tankstelle mit Waschanlage. Selbstverständlich wird diese von Hand betrieben. Einseifen und mit dem Schlauch absprühen, so wie wir vor 40 Jahren in Deutschland auch die Autos gewaschen haben.

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Dort herrscht von morgens bis abends Andrang. Auch die offenen Tuk-Tuks stehen an und wollen wieder sauber sein. In Indien habe ich solche Einrichtungen nicht gesehen. Vom Essvergnügen an den Garküchen hat Jan schon geschwärmt. Auch hier muss ich wieder mit Indien vergleichen. Dort waren vegetarische und nicht-vegetarische Gerichte gut erkennbar voneinander getrennt, weil die meisten Inder kein Fleisch essen. Ich fand die vegetarische indische Küche mit den vielfältigen Geschmacksnuancen super.  Hier muss man vegetarische Gerichte schon genauer suchen. Die Thailänder essen alles gerne mit Hühnchen, Schweinefleisch oder Seafood. Sie schrecken auch vor Schweinehaxen und allen Formen von Würstchen nicht zurück.

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Damit hatte ich nicht gerechnet. Bei den sehr hohen Temperaturen finde ich vegetarische Kost besonders angenehm.

Thai Massage ist ja auch bei uns sehr bekannt. Da ich bislang davor zurückgeschreckt bin, weil manche Leute sagen, dass es sehr unangenehm und schmerzhaft sei, will ich nun doch ein authentisches Erlebnis. Als ich nach einem Termin frage, kann ich sehen, wie ein kleines Thai-Mädchen bei einem Herrn auf dem Oberschenkel steht. Diese Form von Massage scheint wirklich etwas Brachiales zu haben. Man behält, ähnlich wie beim Shiatsu, die Kleidung an. Ich buche eine 30-minütige Fußmassage. Zuerst werden meine Füße gebadet und kräftig mit Limettenstücken abgerubbelt.

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Und dann geht es los. Es ist tatsächlich überwiegend sehr schmerzhaft, die Thai-Mädchen können ordentlich hinlangen. Entspannung ist anders. Ich bin froh, dass ich nach 30 Minuten befreit bin. Ich stehe auf und das Ergebnis fühlt sich sehr gut an. Zum Abschuss oder weil ich versucht habe, mein Aufschreien zu unterdrücken, bekomme ich noch einen leckeren Jasmintee.

Im Museum sah ich einige dieser platzsparenden Arbeitsplätze.

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Ich musste immer an meine Zeit bei Infineon denken, wo man gerade eingeführt hatte, dass Mitarbeiter mit großer Reisetätigkeit nur einen Rollcontainer für ihre Unterlagen bekommen, den sie an ihren Bürotagen einfach mit an einen freien Schreibtisch nehmen. Mittlerweile sind Rechner noch viel kleiner geworden und viele Abläufe geschehen papierlos. Also könnte ein solcher Arbeitsplatz mit eingebautem Container die nächste Ausbaustufe der Platzeinsparung von Bürofläche sein.

Bangkok hat pro Jahr ca. 17 Millionen Besucher und ist damit nach London die meistbesuchte Stadt der Welt. Im Großen Palast konnten wir einen guten Eindruck von den Menschenmassen bekommen. Die Straßen rundherum sind voller Reisebusse, die für ihre Fahrgäste guten Service bieten wollen, indem sie die Klimaanlage und damit den Motor laufen lassen. Wie sehr sie damit die Luft verpesten, scheint sie nicht zu interessieren.

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Die Stadt bewältigt die große Anzahl an Besuchern gut. Hier will man dem Beispiel Singapurs folgen, habe ich im Internet gelesen. Das große Siam Einkaufszentrum nach westeuropäischem Vorbild ist schon ein deutlicher Schritt in diese Richtung. Die Garküchen sollen von den Bürgersteigen verbannt werden, weil sie zu viel Platz wegnehmen und unhygienisch sind. Dagegen wehren sich die Betreiber, weil ihnen damit ihre langjährige Lebensgrundlage verloren geht. Außerdem ist es für viele Menschen eine bequeme und preiswerte Versorgungsquelle. Und ein Stück der typischen Kultur dieser Stadt wäre dann ohnehin verloren.

Vielleicht müssen wir in ein paar Jahren nochmal zum Vergleich hinfahren.

 

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