Kambodscha

Mal ein Land, das uns richtig überrascht hat. Vielleicht waren wir aber auch nur schlecht vorbereitet. Der Wikipedia Artikel informiert sehr umfangreich. Allerdings ist es natürlich viel spannender, die Kultur aus erster Hand kennenzulernen. Dies begann schon in Bangkok als unsere Führerin vor dem Angkor Wat Modell sagte, dass es eigentlich zu Thailand gehören würde. Das ist aber eine große Unverschämtheit, da es sich um die Besatzung des Khmer Reiches handelte. Dass die Kambodschaner unter der Besatzung von Vietnam und Thailand gelitten haben, führt bis heute zu großen Ressentiments gegenüber den Nachbarländern. Ich habe häufiger gehört, wen die einzelnen Kambodschaner nicht leiden können, als dass sie mal jemanden leiden konnten.

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Die Tempel von Angkor werden von verschiedenen internationalen Organisationen restauriert. Thap, unser Führer in Angkor Wat, wusste genau, welches Land gerade welchen Tempel bearbeitet. Für Angkor und die Probleme mit dem Sandstein ist natürlich die Fachhochschule Köln prädestiniert. Ich denke, es ist eine Aufgabe, die man bei einem solch riesigen Objekt nie beendet. Wir haben noch Franzosen, Inder und Japaner gesehen, die UNESCO Seite scheint etwas outdated zu sein.

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Hier sieht man Indien bei der Arbeit an Ta Prohm. Kambodscha, so scheint es mir, hängt zwischen ihrer ruhmreichen Khmer Vergangenheit und der Moderne etwas fest. Die roten Khmer haben zwischen 1975 und 1989 die gesamte gebildete Bevölkerung Kambodschas systematisch ausgerottet, um ihre Idee des Sozialismus durchzusetzen. Damit war der Anfang danach um so schwerer. Seit dem Ende der Schreckensherrschaft hat sich die Bevölkerung verdoppelt. Eigentlich steht das Land mit einer sehr jungen Bevölkerung sehr gut da. Hoffen wir, dass sie es schaffen, allen eine ordentliche Schulbildung mitzugeben. Leider sehen wir auch viele Kinder, die vor den Tempeln Postkarten und anderen Schnickschnack verkaufen. Die Jungs gehen auch gleich weg, wenn ich sie frage, ob sie nicht in der Schule sein sollten, die Mädchen sind etwas hartnäckiger und ich muss mir das gemurmelte „only one dollar, pleeease“ länger anhören.

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Uns hat es jedenfalls sehr gut gefallen, die Menschen sind super freundlich, hilfsbereit und lächeln. Vielleicht aber auch, weil in Siem Reap sehr viele westliche Hotels entstanden sind und man sich immer wieder in seinen westlichen Luxus zurückziehen kann, ohne auf die lokale Küche oder lokalen Transportmittel verzichten zu müssen. Ich kann mir vorstellen, hier noch einmal hinzureisen und schließe mit dem kleinen Tempel an der ehemaligen Pilgerraststätte vor den Toren Preah Khans.

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