Wie ich Japan erlebe

Japan ist für mich eine völlig neue Welt. Es ist nicht Asien, wie wir es bisher erlebt haben. Es ist eine ganz eigene Kultur, verbunden mit einem sehr hohen Lebensstandard, der uns sehr vertraut ist. Alles ist geregelt, es ist sehr sauber und gepflegt. Deshalb kommt es uns auf den ersten Blick bekannt vor.

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Wenn man dann aber näher kommt, verschließen sich viele Dinge oft sofort wieder, weil man nicht weiß, was man da eigentlich vor sich hat. Auf den wenigsten Artikeln befinden sich englischsprachige Beschreibungen. Nur wenige Japaner sprechen wirklich englisch. Alle lächeln uns sehr freundlich zu. In Kyoto sieht man mehr Europäer als in Osaka, aber viele sind es trotzdem nicht. Wir fallen schon auf. Manche Jüngere versuchen mit uns Englisch zu sprechen. Ich meine zu erkennen, wie sie in ihrem Kopf nach Vokabeln suchen. Mit Händen und Füßen klappt die Kommunikation auch immer gut.

Man hat schon das Gefühl, dass man sich in Japan sehr diszipliniert verhalten muss. Im Japan-Knigge steht, dass man nicht niesen dürfe. Wie soll man das immer unterbinden? Und ich habe auch schon Japaner niesen gehört. Ebensowenig soll man sich in der Öffentlichkeit die Nase putzen. Das sehe ich wirklich nicht und gehe dazu auf die Toilette. Vor den Damentoiletten befinden sich zahlreiche Spiegelplätze, die von den jungen Mädels ausgiebig genutzt werden. Man nennt sie Powder Room.

Viele Japaner tragen einen Mundschutz, weil sie Angst vor Infektionen haben. Und ganz schnell greifen sie zum Sonnenschirm, um sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. So verwundert es nicht – mal abgesehen vielleicht auch vom Platzmangel, dass es kaum Straßencafés gibt. Restaurants befinden sich häufiger mal im Keller. Oder es hängen Stoffbahnen, sogenannte Noren, vor der Eingangstür, so dass man gar nicht hineinschauen kann.

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Außen angebrachte Speisekarten sind zumeist nur auf japanisch, gelegentlich mit dem Hinweis, dass sie auch in Englisch verfügbar seien. Aber dazu muss man zuerst das Restaurant betreten.

Einen Waschservice, bei dem man seine Wäsche kiloweise waschen lassen kann, wie in Südamerika und anderen asiatischen Ländern, gibt es in Japan nicht. Ich kann gut verstehen, dass hier niemand Lust hat, die dreckige Wäsche anderer Leute zu waschen. Das soll mal jeder selber machen. Also suchen wir einen Münzwaschsalon auf. Bloß gut, dass Jan die Bedienung der Maschine souverän beherrscht.

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Toiletten sind Hightech-Einrichtungen, meist mit angewärmten Klobrillen. Manchmal gibt es so viele Knöpfe mit japanischen Erklärungen, dass man gar nicht weiß, mit welchem man einfach nur die Spülung betätigt.

Und so müssen wir hier viele Dinge des Alltags ziemlich neu erkunden. Ganz schön spannend.

Nach vielen gewöhnungsbedürftigen Eindrücken darf es auch einfach mal Lindt sein.

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