Dibbern …

Wir sind tatsächlich zu einigen Porzellanfabriken gefahren, angefangen in Schönwald. Dieser Ort liegt nur wenige Kilometer von dem neulich in den Medien beschriebenem C-Hotspot entfernt. Wir wollen nur kurz den Werksverkauf anschauen. Schönwald produziert die Form 98 seit den 30-er Jahren. Der Name sagt erstmal nichts, aber die Firma Dibbern hat aus Solid Color ein recht verbreitetes Geschirr entwickelt. Wir haben es zuhause und benutzen es sehr gerne.

Dibbern hat der vorhandenen, in der Bauhaus-Zeit entstandenen Form die Farben hinzugefügt und ist dadurch bekannt geworden. Die Produktion findet weiterhin komplett in Schönwald statt. Der Werksverkauf ist sehr lieblos gestaltet, Dibbern-Geschirr darf dort nicht verkauft werden, nur die Urform in weiß. Die Kunden suchen vor allem Schnäppchen.

Es gefällt mir nicht und ich denke, so hat das Überleben des deutschen Porzellans keine Chance.

Der nächste Ort ist Selb, in dem die Firma Rosenthal ansässig ist. Man kann sich vor den Toren der Stadt im Porzellanikon sehr vieles über die Geschichte des Hauses Rosenthal, das heute in italienischer Hand ist, und über die Produktion von Porzellan anschauen.

Mir fehlt dazu etwas der technische Sachverstand und das Interesse.

In der Stadt selbst ist das Outlet-Center mit zahllosen Marken und Inneneinrichtungs-Accessoires das einzig gut besuchte Haus. Ich frage mich, wer das bunt bemalte, teure Versace-Geschirr kauft, von dem schon eine Espresso-Tasse mehr als 50,00 € kostet. Wir denken, dass diese Designs vielleicht gut in die arabische Welt passen.

Ansonsten ist die Stadt, nah an der tschechischen Grenze, kein bisschen einladend. Wir fahren weiter. In Hohenberg a. d. Eger soll die Villa von Hutschenreuther stehen. Da der Ort auf unserem Weg liegt, wollen wir kurz schauen. Ich hatte schon wieder vergessen, dass Dibbern die ehemalige Firma Hutschenreuther gekauft und wieder aufgebaut hat. Dort fertigen sie nun ihr Fine Bone Porzellan, gefällt mir gut. Wir kaufen aber nur einen passenden Teller zu unserem Geschirr, wir haben ja keinen Platz …

Damit ist dieses Thema dann auch erledigt.

Ich fühle mich sehr im Osten. Alle kleinen Orte, durch die wir kommen, wirken sehr trostlos und verlassen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass man auch heute noch dieses Gefühl von Grenze hätte.

Unser nächstes Hotel in Sibyllenbad, dem Kurzentrum von Bad Neualbenreuth, liegt auch fernab von viel Zivilisation. Doch dann liegt an der Rezeption dieses kleine Blättchen aus und es macht mir Lust auf den Mittelpunkt Europas, den Grenzturm, eine Grenzüberschreitung und auf die Vulkanlandschaft. Davon hatte ich bislang nichts gehört. Mal schauen …  

1 Kommentar zu „Dibbern …“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert