Bei den Bisons

Nach unserer heißen Nacht auf Burg Windeck sind wir etwas in den Norden gefahren und im Odenwald gelandet. Freunde haben ein Haus hier. Bislang hatten wir uns unter tiefstem Odenwald nicht wirklich etwas Konkretes vorgestellt. Nun wissen wir allerdings, es ist der Teil Deutschlands, in dem Apple- und Google-Navigation uns auf Feld- und Waldwege schicken und wo es auf schön schmalen Straßen steil rauf und runter geht. Ich habe ganz vergessen zu fragen, wie es hier im Winter so ist.

Unser Hotel betreibt eine Bisonzucht und ich muss trotz der 30° einen Spaziergang um die Weide und durch den Odenwald machen. Sehr leckere Brombeeren am Wegesrand laden zum Ernten ein. Es ist allerdings schwierig, zwischen den unreifen und vertrockneten die leckeren rauszufinden. Ein komischer Sommer.

Den amerikanischen Präriebisons ist es auch zu warm, sie haben sich an den äußersten Rand ihrer Prärie zurückgezogen und liegen faul in der Sonne. Sie scheinen allerdings noch etwas wilder zu sein als unsere heimischen Arten. Sobald ich mich nähere, springen alle auf und bereiten sich auf die Flucht vor. So groß wie ich dachte, sind sie gar nicht. Die Kälber sind sogar ganz süß. Die Bullen fallen eher durch ihre riesigen Nacken und Köpfe auf. Wenn sie diesen schütteln, ist man doch froh über den Zaun. Hier ist allerdings alles friedlich.

Ich gehe ein wenig weiter und sehe an der nächsten Ecke einen wirklich beeindruckenden Hirsch. Als ich später am Hotel die Weibchen sehe, sieht es mir eher nach amerikanischen Wapitis aus. Würde ja auch besser zu den Bisons passen.

Ich stapfe noch ein bisschen querfeldein durch den schönen, lichten Buchenwald und fülle meine leere Wasserflasche mit ein paar Brombeeren auf. Sehr lecker.

Abends dann gleich noch das Bison auf dem Teller. Leckere Bisonmaultaschen gefolgt von Geschmortem vom Bison, war sehr lecker, nur die Pfifferlinge hätte man besser waschen können. Ob das Ganze es wert ist, die Odenwälder Wiesen in eine Prärie zu verwandeln, weiß ich nicht. Auf dem Papier sollen pro Bison 10.000 m² Weide bereitstehen und sie sollen den ganzen Winter draußen bleiben, hört sich ganz gut an.

Die Nacht scheint etwas besser zu werden als die letzte, es geht ein Lüftchen und das Hotelzimmer kann etwas belüftet werden, ohne dass uns die Wespen überfallen.

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