Von Berlin mal schnell nach Danzig fahren, hört sich für mich nicht so weit an, daher bin ich auch nicht so früh aufgestanden und erst um 11 losgefahren. Hinter Berlin fängt die Landschaft an. Das Autobahnkreuz zwischen A11 und A20 nimmt gefühlt soviel Platz ein wie die Dortmunder Innenstadt. Es gibt ja hier auch genügend Platz um mal neue, verschwenderische Autobahnkreuzlayouts zu testen. Landschaft wechselt zwischen Landwirtschaft und Pinienwald, kaum Orte auf dem Weg.
Eigentlich hatte ich die Route über Stettin gewählt weil ich vor Danzig noch kurz an die Ostsee wollte. Da die Ankunftszeit aber schon gegen 18 Uhr tendierte, habe ich mir das dann doch geschenkt. Stattdessen spätes Mittagessen irgendwo an der S6. Pirogen habe ich vorher noch nicht gegessen. Da die Karte ausschließlich in polnisch vorlag, weiß ich auch gar nicht was drin war. Ist wie bei Maultaschen, man will es letztendlich nicht wirklich wissen. Unter Strich war es mir etwas zu fettig.

Angekommen in Danzig muss ich doch feststellen dass es hier sehr touristisch ist. Der flippige Rezeptionist sagt mir auch gleich welche Strassen ich meiden sollte. Polnische Restaurantempfehlungen gibt er auch (Piwna 47, Mandu, Gwanski Bowle). Auf meine Frage, wo man denn später gut einen Absacker trinken könnte, schaut er um die Ecke zu einem Kollegen und meint sie hätten zusammen eine Kneipe ganz in der Nähe, da solle ich mal vorbeischauen. Leider hat er es mir nur im Stadtplan eingezeichnet und mir fehlt der Name, mal schaun ob ich es finde.

Mein erster Rundgang durch Danzig ist sehr nett, ne Menge alter Hansestadt-Charme aber halt auch ziemlich voll. Viele polnische Jugendgruppen kämpfen sich durchs Gewühl oder sind das Gewühl.

Ostcharme neben Backstein gibt es natürlich auch und wenn man eine Ecke zu weit geht, sieht man doch dass nur die Innenstadt hergerichtet wurde. Morgen muss ich mal das Fahrrad nehmen und die Stadt außerhalb des Zentrums erkunden.

Ich lande dann doch in keinem der empfohlenen Restaurant sondern in der Taverna Mestwin, einem kaschubischen Restaurant wo dann auch wirklich nur polnisch gesprochen wird. Heringe mit Rosinen und Roulade mit Dillkartoffeln schmecken etwas anders als bei uns, daher um so leckerer.

Die Einrichtung wurde zusätzlich von musikalischer Folklore untermahlt. Gerne mal reinhören. Alle super nett und zuvorkommend, mit Händen und Füssen reden kann ich ja.

Ich geh jetzt mal die Kneipe suchen.
Spannend ist auch, dass youtube direkt unter dem kaschubischen Video ein Sonic Youth Video empfiehlt 🙂