Kap Kolka

Um zwei muss ich erstmal aufstehen um mein doch recht kleines Zimmer durchzulüften, meine Hoffnung dass alle Mücken schlafen bewahrheitet sich immerhin. Danach sind die Temperaturen auch erträglich, mein Zimmer ist ja nicht gerade groß.

Da es ja kein Frühstück gibt und ich keine Lust habe mich schon in das Restaurant nebenan zu setzen, hole ich mir einen Kaffee, eine gefüllte, deftige Tasche und ein Schokocroissant an der Tanke, Fernfahrerstyle. Das Croissant war gefühlt von vorgestern und der Kaffee hat kaum gereicht es einzuweichen, die Tasche war lecker. Ansonsten gibt es nicht viel in Kolka, hier lebt eine ziemlich kleine Volksgruppe, die Liven.

Dann noch schnell Sonnencreme auftragen und die Wasserflasche von meinen Vermietern mit gefiltertem Wasser auffüllen lassen. Gestern hatte man mir an einem Touristenkiosk empfohlen am Strand zu den nächsten drei Dörfern zu fahren und zurück durch den Wald oder über die Strasse. Also los, ich fahre erstmal wieder zum Kap und besteige einen Holzturm. Leider überragt er die umstehenden Baumwipfel nicht, keine Ahnung warum es ihn gibt. Die nächsten 15 km am Strand lang sind perfekt, man gewöhnt sich schnell an den festen Sand. Es gibt zwar Reifenspuren, ich begegne aber niemandem, außer einem Reiherpärchen das sich von mir nach Süden treiben lässt. Alle paar hundert Meter stehen sie wieder im seichten Wasser, lassen mich aber nie wirklich nah ran.

Der letzte Kilometer ist etwas anstrengender, der Sand wird weicher und eine schroffe Abbruchkante zum Meer verhindert ein näheres Fahren am Wasser. Ich fahre in den nächsten Ort und benutze den ausgeschilderten Waldweg. Der ist aber leider auch tiefes Geläuf. Es fängt mit einer breiten Schotterstraße an, geht aber schnell in einen sandigen Waldweg über. Fühlt sich schnell anstrengender an als am Strand. Im dritten Dorf entschließe ich mich dann doch die breite Straße zurück zu nehmen. Nachteil, wenn man die Straße am Tag zuvor mit dem Auto gekommen ist, man kennt schon alle Schlaglöcher und ausgebesserten Stellen und kilometerlanges geradeaus, ist auf dem Fahrrad anstrengender als im Auto langweilig.

Jetzt sitze ich aber zufrieden am Kap, habe einen sehr leckeren Fisch, mit Käsesauce überbacken, gegessen und schau dem leicht touristischen Treiben zu. Famoser Vormittag. So weit bin ich seit Nida gar nicht gekommen.

Am Nachmittag sitze ich auf meiner Veranda und lese, leider typisch, deutsches Landleben, Laubbläser und Rasenmäher. Ich warte mal auf die Abendruhe und buche dann doch ein Hotel in Riga, ist ja nicht weit und vielleicht gehöre ich ja doch in die Stadt.

2 Kommentare zu „Kap Kolka“

    1. Das Internet sagt ja was von 240, reicht ja bei den Amazonas Indigenen auch. Jedenfalls stricken sie schöne Overknees. Konnte mich aber zurückhalten und hab keine gekauft.

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