Heute morgen hatte ich das Gefühl das Ungarn evtl. mehr sein könnte als nur der Balaton. Kurzentschlossen fahre ich also doch nach Budapest. Stadt hat über Nationalpark gesiegt. Die Autobahn ist bis kurz vor Budapest sehr leer, dann wird es allerdings schlagartig voll, auch viele LKWs sind unterwegs. Ich verkürze mir die Fahrt mit einem sehr interessanten Podcast, besonders Philip Manow hat hier gute, für mich doch recht neue, Ideen.
Der erste Blick auf die Donau und den Schlossberg ist schon beeindruckend und zeigt gleich wie richtig meine Entscheidung war. Ich weiß nicht ob ich Prag und Wien damit unrecht tue, aber das hier hat doch noch mal ganz andere Dimensionen. Gut das ich das Fahrrad mithabe.

Mein Hotel ist direkt bei der St. Stephans Basilika. Ich hatte sie schon beim vorbeifahren gesehen und sie als nette Kirche betrachtet. Jetzt stehe ich davor und sowohl der Platz als auch die Kirche sind gigantisch. Da die enge Stadtbebauung mindestens 5 Stockwerke hoch ist, muss man schon genauer hinschauen um die Dimensionen der Stadt erfassen zu können. Das Parlamentsgebäude erstreckt sich ebenfalls über ein riesiges Areal und strotzt nur so vor Türmchen und Kuppeln.

Heute nachmittag bin ich einem Biergarten vor der Unibibliothek vorbeigekommen. Das Studentenleben ist auch nicht mehr dasselbe, mindestens die Hälfte der Anwesenden hat den Laptop vor sich aufgeklappt stehen. Hier hat der Laptop das Handy ersetzt; und das Bierglas!

Ich habe mich nach einem authentischen, ungarischen Restaurant durchgefragt und lande im Plastikstuhl auf dem Bürgersteig, Tisch mit rotkarierter Decke inclusive. Die ältere Dame am Nachbartisch raucht ihr Pfeifchen sehr genussvoll. Gegenüber leuchtet eine schicke Markthalle in der Abendsonne. Zu Mittag hatte ich nur ein Eis, bin wirklich extrem hungrig. Der Kellner bringt den originalen Syrup mit Soda, Geschmacksrichtung Kirsche, Kindheitserinnerung-süß. Das Gulasch mit Frischkäsenockerln war sehr lecker und ich kann wieder denken. Jetzt muss ich, wie versprochen, noch in die Kneipe in der ich den Tipp bekommen habe.

Auf dem Weg in das jüdische Viertel, angeblich gibt es hier das beste Nightlife, überrascht mich der Regen, bei Drops ist die „Stark“-Linie ziemlich weit unten. Ich schauere bei einem weiteren, lokalen Bierchen, direkt vor dem unbesetzten DJ-Pult.
Bier des Tages: Soproni IPA, bisschen flach für ein IPA, trotzdem lecker.
Morgen wird sicher anstrengend, es gibt viel zu sehen.