Zwei Seen Blick

Es ist 7:15 und ich sitze schon auf dem Hotelbalkon im 6. Stock. Es ist sehr angenehm, deswegen bin ich aber nicht draußen, es ist der einzige Punkt an dem das Internet funktioniert. Ich suche nach Argumenten noch mal nach Mazedonien zu fahren. Das Internet ist mit Informationen über den Galicica Nationalpark sehr übersichtlich bestückt, insbesondere wenn es um Aktivitäten geht. Falls ich wieder nicht rein komme, werde ich auf jeden Fall Richtung Küste fahren.

Grenzüberquerung war mit vorzeigen des LVM Versicherungs-PDFs möglich. Ich fahre bis zur Abzweigung zum Nationalpark, werde angehalten und soll 5€ zahlen, mache ich, aber nicht ohne Informationen wo ich Mountain Bike fahren kann. Die Wanderung die ich mir rausgesucht habe, geht wohl nicht mit dem Fahrrad, ich soll aber mal eine Straße, die es auf meiner Karte gar nicht gibt, hochfahren und dann dort einen Weg abfahren, 5 km meint er.

Ich gehe aber dann doch erstmal die Wanderung zum zwei Seen Blick. Ist gut ausgeschildert und auf Komoot verfügbar. Wenn ich gewusst hätte dass man den Gipfel die ganze Zeit sieht, hätte es mich sicher schon genervt, 700 Höhenmeter und nur bergauf. Es ist aber sehr Abwechslungsreich, erst durch schönen Buchenwald, dann durch niedrige Büsche und die zweite Hälfte komplett durch offenes Terrain. Sehr schöne Bergblumenwiesen, leider noch nicht in kompletter Blüte aber trotzdem schön anzusehen und durchzustapfen. Leider ist eine komplette Schulklasse unterwegs und ich muss mich durchschlängeln, man kann ganz gut die unterschiedliche Motivationsgrade betrachten. In Richtung Ohridsee sind jetzt viel Paraglider unterwegs, schöne Farbklekser, es ist heute etwas diesig.

Ich brauche doch anderthalb Stunden rauf, der Blick ist phantastisch, auf der einen Seite der Ohridsee, auf der anderen der Prespasee. Der Prespa beinhaltet die Grenze zwischen Mazedonien, Albanien und Griechenland. Der Rückweg geht durch ein Seitental ohne viel Aussicht aber auch ohne andere Wanderer, sehr entspannend.

Zurück am Auto überlege ich was ich machen soll und fühle mich Fit genug für ein wenig Fahrrad fahren. Ganz falscher Fehler. Ich finde die Einfahrt zu der Spezialstraße und fahre in ein ehemaliges Skigebiet. Der Weg ist als MTB-2 ausgeschildert. Ich wechsle schnell das Outfit und setz mich aufs Bike. Der Anfang ist noch geteert, bis zur Talstation des einzigen Liftes im Skigebiet. Danach fängt eine erst staubige, dann steinige, ausgefahren Fahrspur an. Es geht leicht bergab, der gewachsene Fels im Weg nimmt aber schon zu und es wird ruppelig. Der Weg führt in einen wirklich schönen Talgrund auf über 100 Metern. An der nächsten Gabelung muss ich mich entscheiden ob ich zur Bergstation oder zu einer Hütte am Ende des Tals fahren möchte. Ich habe keine Lust den Weg wieder zurückzufahren, daher entscheide ich mich für die Bergstation, nicht die schlauste Entscheidung. Der Weg geht zwar im Zickzack hoch, ist aber teilweise sehr Steil und dermaßen von Felsen und großen Steinen durchsetzt, sodass ich mindestens den halben Weg schieben muss.

Meine Oberschenkel haben den flotten Abstieg eben, nicht so gut weggesteckt wie ich dachte. Ich komme aber oben an und hab Angst den Weg zurückzumüssen. Die Abfahrt unterm Lift ist echt steil. Ich bau also alles von meiner Sattelstange ab und versenke sie maximal. Kein schöner Anblick wie ich so zu Tal rutsche aber ich komme heil unten an. Ein bisschen Straße und ich kann mich wieder uns Auto setzen. Warum muss ich es auch immer übertreiben?

Es ist schon so spät dass ich keine Lust mehr habe weiterzufahren und ich suche mir ein Hotel in Ohrid, touristisch ganz nett bei Zlaten Dab Bier und Shopska Salt am See zu sitzen und dies zu schreiben.

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