Tallin

Ziemlich unspektakuläre Fahrt von Pernau nach Tallinn, ich wollte eigentlich auf der Strecke noch halten, es waren aber nur 1:45 Fahrzeit und ich war recht schnell am Stadtrand von Tallinn. Angekommen merke ich dass ich ein recht schickes Hotel gebucht habe, nicht in der Innenstadt aber schon am Rand, der Lange Herrmann auf der Burg Tallinn direkt in Sichtweite. Ich verschaffe mir erstmal einen Überblick.

Ich bin kaum aus dem Haus, begegnet mit gleich ein kleines DHL Auto ohne Fahrer. Nach kurzer Recherche finde ich heraus das es tatsächlich von einer estnischen Firma gebaut wird. Ich habe nicht gesehen wie jemand sein Paket abgeholt hat. Sehr gut, zumal hier in der Altstadt wenig Platz für größere Lieferwagen ist. Lustig das sie trotzdem nicht auf die transparente Windschutzscheibe verzichtet haben, macht wahrscheinlich weniger Angst.

Tallinn sieht gar nicht nach Lübeck aus liebe MaLu. Ich finde eine Altstadt mit Berg und vollständiger Stadtmauer vor. Der Berg ist gekrönt von einer orthodoxen Kirche und dem Tallinner Dom. Es sind viele Gruppen unterwegs, meistens Schüler, die deutschen Kreuzfahrer treffe ich erst am späten Nachmittag. Gefühlt gibt es in jedem zweiten Gebäude eine Besichtigungsmöglichkeit, liegt aber vielleicht daran, dass man jeden Turm besteigen kann und es deren unzählige gibt.

Irgendwie habe ich mein Knie überanstrengt und kann gar nicht so laufen wie gewohnt, daher mache ich die zweite Runde per Fahrrad. Diesmal außen um die Stadtmauer herum, zum Hafen. Ein wildes Gewirr von Fähren und Kreuzfahrern erwartet mich. Zwischen Hafen und Stadt hat sich ein modernes neues Einkaufsviertel eingeschlichen. Auf der einen Seite kaufen junge Finnen Palettenweise Dosenbier, der Preis ist bestimmt doppelt so hoch in Finnland, auf der anderen Seite schicke Boutiquen mit schickem Publikum zwischen After Work Bars. Alles sehr modern, schöner Kontrast zur Altstadt.

Abends gehe ich in ein sehr nettes, veganes Restaurant in der Altstadt, es war mir beim vorbeilaufen schon aufgefallen. Super nette, schicke Jungs, bestes Englisch, sehr kompetent, Preise für den Service viel zu gering. Das selbst gebackene Brot schmeckt toll, das Lemonrisotto auch. Fast hätte ich mich hinreißen lassen ein Gose Bier zu trinken. Zum Glück noch rechtzeitig gemerkt dass mir Gose Bier nicht wirklich mundet, das letzte Mal haben wir es, glaube ich, gar nicht zu ende getrunken. Also trinke ich lieber ein lokales Roggenbier, sehr lecker. Jetzt noch, natürlich nur um wenigstens ein bisschen Geld dazulassen, den Erdbeer-Rhabarber-Cheesecake. Das wird schwer zu toppen sein morgen.

3 Kommentare zu „Tallin“

  1. Da bin ich aber froh, dass Tallin nicht wie Lübeck ist.
    Ich dachte schon, ich bräuchte nirgendwo mehr hinreisen!
    Ansonsten steht ja noch eine Lübeck-Stadtführung hier aus, die dich an nichts mehr erinnert!

  2. Ich lache grad Tränen „…das letzte Mal haben wir es, glaube ich, gar nicht zu ende getrunken“. Wir haben quasi schon den ersten Schluck nicht zuende getrunken. Ich kann Dir gerne die Flasche, die übrig geblieben ist, nach Deiner Rückkehr geben. Da kannst Du sie unter Aufsicht trinken. Wolfram wollte sie ja auch nicht wieder mitnehmen. Vermutlich ist die Einfuhr in die Schweiz auch verboten 🙂

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