Edgar Allan Poe

Poe ist weder in Richmond geboren, noch liegt er hier begraben. Aber er wuchs hier auf, erst bei seiner Mutter, dann bei seinen Stiefeltern namens Allan. Edgar lernte hier auch seine Jugendliebe kennen, er sammelte erste Erfahrung bei der örtlichen Presse. Also hat die Stadt das Recht, sich mit Baltimore und New York um Poe zu streiten, meinen zumindest die Richmonder.

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Das Edgar Allan Poe Museum in Richmond dokumentiert seine Zeit hier und zeigt anhand eines Stadtmodells von 1820, etwas verstaubt aber liebevoll getöpfert, alle relevanten Orte. Die Führung von Tyler, einem jungen enthusiastischen Poe Fan, dem die Artefakte wie Spazierstock, Brille und Socken besonders imponierten, war umfassend und interessant. Kann ich empfehlen.

Poes größter Kritiker und Kontrahent Rufus Griswold hatte sich selber zu Poes Biographen bestellt und hatte nichts Besseres zu tun, als eine Biographie zu verfassen, in der Poe als Säufer und opiumabhängiger Chaot hingestellt wurde. Dieses Werk trug, ganz anders als beabsichtigt, nicht unwesentlich zu Poes Ruhm bei.

Leider liegt das Poe Museum hinterm Bahnhof und war für uns zu Fuss gehende Europäer schlecht zu erreichen. Abenteuer allenthalben. Sabine fürchtet sich im Bett nebenan gerade bei „Der Rabe“. Der richtige Tagesabschluss für den Erfinder des Detektivromans.

Habe gerade noch mal „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ gelesen. Die Geschichte war mir sogar noch erinnerlich, was mir aber voll entfallen war, sind die Vorbemerkungen zum Thema Analytik und Analyse. Hier behauptet Herr Poe doch glatt, dass das Damespiel dem Schach vorzuziehen sei, da es weniger und weniger komplizierte Züge zu bedenken gäbe, sodass die Konzentration auf das Analytische größer sei. Naja, er ist aber auch für sein Genre, nicht fürs Schachspielen bekannt.

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