Wir sitzen gerade in dem Uber-Auto von Mark und lassen uns 150 km von Richmond nach Virginia Beach fahren. Dekadent? Nö, war deutlich billiger als der Leihwagen und macht uns flexibler, da wir nicht zurück müssen, um den Leihwagen wieder abzugeben. Der Fahrer ist nett, nur etwas schweigsam und hat keine Ahnung von dem Land um uns herum, schade. Daher komme ich dazu, diesen Post zu schreiben.
Letzte Nacht wurden wir von unserem airbnb-Vermieter geweckt, als er um 1:20 einfach in die Wohnung polterte und als wir uns regten, ohne Worte wieder verschwand. Aber von Anfang an.
Unser erstes airbnb-Apartment war bisher das schönste. In Montreal, in einer trubeligen Gegend, sehr sauber, gut ausgestattet mit dem kleinen, privaten Hinterhof. Da haben wir uns richtig wohl gefühlt. Daher ist unser Anspruch vielleicht auch etwas zu hoch, was solche Apartments angeht.
Das zweite in Quebec war dann eher eine Altbau-Studentenbude, windschiefes Haus, der nächtliche Weg zur Toilette wurde durch den abschüssigen Boden begünstigt, man konnte sich nicht verlaufen. Küchenbenutzung eher mit spitzen Fingern.
Bei Nummer drei in Fort Lauderdale hoffen wir, dass es den Hurrican gut überstanden hat. Ansonsten waren wir die ersten Bewohner nach einer Komplettrenovierung. Dusche musste noch repariert werden, Klimaanlage war sehr laut, Dunstabzugshaube ging gar nicht. Da das Ganze von einem Herren eingerichtet wurde, fehlte es an diversen Küchenutensilien. Internet ging nur in einer Ecke und ich musste eine Erweiterung, die der Vermieter glücklicherweise gekauft hatte, selbst konfigurieren. Das große Problem war aber, hätten wir auch den Bildern und der Beschreibung entnehmen können, der fehlende Ausblick. Man kam sich eher wie im Keller vor.
Jetzt also das vierte, Richmond Downtown, komische Umgebung, alles Studentenapartments, Treppenhaus, Flur und Aufzug rochen auch wie Warburger Straße Wohnheime, lang ist’s her. Wohnung eher schmuddelig und staubig.
Nach dem unerwarteten Besuch letzte Nacht haben wir eher schlecht, bis gar nicht geschlafen. Unseren Vermieter haben wir nicht erkannt und er hat sich auch nicht zu erkennen gegeben. Die unter die Türklinke geklemmte Klavierbank hat zumindest sicher gestellt, dass ein erneuter Eindringversuch lauter von statten gegangen wäre.
Die Überlegung, einfach in ein Hotel umzuziehen, haben wir natürlich gehabt, allerdings, da der Besucher ja einen Schlüssel hatte und damit nicht ganz fremd sein konnte, wieder verworfen.
Heute morgen war alles nur ein Missverständnis und wir haben alle Entschuldigungen der Welt bekommen. Die Lust auf airbnb ist uns jedenfalls erstmal vergangen und wir verbringen die nächste Nacht in einem Best Western Plus mit Seeblick.
Mal schaun, wann wir wieder ein airbnb buchen werden.
[update] Habe heute die Bewertung der Vermieterin bekommen, ich hänge sie mal unkommentiert hier dran:
„Jan and his guest seemed very pleasant and inquisitive up front. The communication was not superb and recent changes in my apartment complex laundry facilities left me with only the option of allowing my guest to use my personal laundry account which hasn’t been an issue arranging with my other guests but required some negotiation this time around. My co-host entered the apartment a bit early and for some reason, after Jan messaged me to inquire who could have entered (to which I responded my co-host)… he was immediately unable to receive my messages (nor those from my co-host) which to my grave disappointment, left communication a bit scarce until hours after his departure. Otherwise, besides giving a partial refund for the inconvenience…. hosting Jan was a fine experience. I love communicating with my guests so hopefully we will be able to do more of that (and do so more efficiently) in the future should his travels bring him back to Richmond. I would host him again if I know the service provider or international mobile device he is using so that I can ensure that we have more efficient communication. Tip: When hosting international guests, make sure that there is a way to constantly communicate with them as my guest expressed concerns that were immediately addressed but somehow or another were not received because of a phone service issue which resulted in a bit of confusion which I have never experienced with any other guests. I hope that international Airbnb guests and hosts for that matter will be able to have more fluid communication during the hosting/traveling process.“ [/update]