Heute Abend ist wieder Fußball, Peru gegen Kolumbien, Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Wenn Peru heute gewinnt, sind sie nächstes Jahr in Russsland dabei. Seit heute Vormittag geht verkehrsmäßig im Zentrum von Miraflores nicht mehr viel. Eine breite Straße ist schon gesperrt und wird für’s Public Viewing vorbereitet.

Viele tragen schon ihr Fußball-Shirt und sind geschminkt, wie unser Kellner in der kleinen Bar, mit dem Jan die Ergebnisse und die möglichen WM-Teilnehmer diskutiert.

Dort läuft gerade Portugal gegen die Schweiz. Die Peruaner wollen lieber die Schweizer als die Portugiesen gewinnen sehen, verständlicherweise. Jetzt haben die Portugiesen auch noch ein Tor geschossen, verständnisloses Kopfschütteln des Kellners.
„Ach die Deutschen!“, sagen andere Gäste in der Bar, darüber wollen sie gar nicht reden.
Ich esse eine Causa, eine typisch peruanische Vorspeise, leuchtend gelbes Kartoffelpüree mit hartgekochtem Ei, Avocado, Tomate und einer Soße. Das Gericht wird kalt gereicht. Es ist sehr lecker, aber durchaus eine Hauptspeise.

Dazu trinke ich eine Inca Kola, auch leuchtend gelb und zuckersüß. Peru soll das einzige Land der Welt sein, in dem mehr einheimische Kola als Coca Cola getrunken wird.

Trotz sorgfältiger Vorbereitung haben die Peruaner leider nur unentschieden gespielt, aber sie haben noch eine Chance. Und deshalb wird es doch ein bisschen wie ein Sieg gefeiert und verschiedene Gruppen ziehen trommelnd und laut singend durch das abendliche Lima.