Einige Tage haben wir uns Buenos Aires angeschaut. Die Stadt liegt am Wasser, aber man kann nicht gut hinkommen, weil dort gerade so eine Art Hafencity mit verglasten Geschäftshochhäusern entsteht. Die Bewohner von Buenos Aires fahren, wenn sie ans Meer wollen, nach Uruguay, habe ich gelesen. Ans Meer wollen wir auch. Deshalb stehen wir schon um 5.30 Uhr auf, um die Morgenfähre um 7.30 Uhr zu nehmen, bereiten uns ein kleines Frühstück, für 6.30 Uhr bestellt Jan einen Uber-Mann, der in 12 min. da sein soll. Aber er kommt nicht näher, Jan kann das am Handy genau verfolgen. Und dann kommt seine Absage, wegen einer Polizeikontrolle würde er sich verspäten, wir sollen uns einen anderen Fahrer suchen. Die Zeit läuft etwas dahin, man soll rechtzeitig an der Fähre sein. Jan sucht hektisch nach einer Alternative. Dann kündigt sich Marcus an. Als wir aus dem 12. Stock auf der Straße ankommen, steht er schon bereit. Die Straßen sind noch leer, zum Fährhafen ist es nicht weit. Jan hatte seitenlange Informationen über die Schwierigkeit beim Einchecken gelesen. Bei uns geht alles ruckzuck. Koffer abgeben, Rucksäcke durchleuchten lassen, Ausreise aus Argentinien und Einreise Uruguay geht flott. Die beiden Grenzbeamtinnen sitzen nebeneinander und reichen sich die Pässe weiter, sehr unkompliziert.
Pünktlich fährt die Fähre los. Schnell wird die Flussmündung des Rio de la Plata breiter und breiter. Eine Zeit lang sieht man kein Ufer. Ich komme mir vor wie auf dem offenen Meer. Es soll der breiteste Mündungstrichter der Welt sein. Nach gut 2 Stunden haben wir die 200 km zurückgelegt und kommen in Montevideo an. Die Fahrt ging schnell, es soll eine ganze neue, schnelle, umwelt- und wasserfreundliche Fähre sein.

Damit der neue Zustand noch eine Weile erhalten bleibt, mussten wir diese Hygieneschläppchen anziehen.

Ohne Landeswährung Taxi zu fahren, ist nicht so einfach. Kein Internet – kein Uber. Erst der dritte Taxifahrer kann über Kreditkarte abrechnen, allerdings scheint er sich mit der Technik nicht auszukennen. Deshalb braucht es seine Zeit.
Am Nachmittag telefonieren wir mit Jans Eltern, die uns einige Fragen zu diesem Land stellen. Da müssen wir feststellen, dass wir mal wieder völlig unvorbereitet nur mit der Lust auf Meer hierher gereist sind.
Ein Foto kann diese Abendstimmung, bei der sich Sonne und Meer umschlingen, nicht einfangen. Aber Grund genug, hierher gefahren zu sein.
