Eine kleine Wanderung in den Nationalpark Conguillio eröffnet mir völlig neue Pflanzenwelten und Bergformationen. Morgens fahren wir über 70 km Schotterpiste von unserer Unterkunft in Malalcahuello zum Conguillo See. Schon auf dem Weg haben wir einen fantastischen Blick auf den Llaima Vulkan. Der Neuschnee von gestern, ich schätz mal ab 1700 m, hat ihn noch zusätzlich überpudert und er sieht eher nach Zuckerbäckerarbeit aus. Man kann seinen Blick gar nicht lösen.

Der Waldsee, an dem wir unsere Wanderung beginnen, versteckt sich noch hinter Bergrücken und Bäumen. Auf der anderen Seite versteckt sich der Llaima hinter Araukarien. Diese riesigen Bäume mit den fleischigen, eher kakteenartigen Blättern scheinen wenig Wasser zu brauchen und wachsen überall dort, wo die Südbuche Platz lässt.

Es geht eine Stunde bergauf, immer durch ein dichtes urwaldartiges Gelände. Die Südbuche kann sich hier richtig entfalten, Stämme mit Meterdurchmesser und mehr sind nicht selten. Ein Moos hängt an ihrem Stamm und von den Ästen herab. Es riecht stark nach gesundem Wald. Der Weg ist nicht allzu schwer, könnte auch Sonntagsspaziergang sein. Wir begegnen keinem Menschen.

Nach der ersten Stunde eröffnet sich auf einmal der Blick ins Tal hinab und auf den Bergsee. Der Aufstieg hat sich definitiv schon mal gelohnt und verspricht mehr.

Nach einer weiteren Stunde kommen wir auf einem ausgesetzten Bergrücken an. Der Weg wird durch ein grösser werdendes Schneefeld erschwert und wir beschließen, an der schönsten Stelle zu pausieren. Der fantastische Rundblick zeigt uns eine Reihe Wasserfälle, die Araukarienbäume im Schneefeld, den Llaima und im Hintergrund den gerade rauchenden Villarrica Vulkan. Interessant ist, dass der Schnee auf dem Villarrica deutlich gelber ist (links hinten).

Der Anstieg beschert uns noch einen Blick auf ein kreisendes Condor Pärchen. Die Chilenen scheinen jetzt mit der Wahl fertig zu sein, uns kommen mehrere Gruppen entgegen und es wird voller auf dem Berg.
[googlemaps https://www.google.com/maps/d/embed?mid=1vfTMMS2Ca-GbyUBI9wsqZhC6jHK82UoA&w=800&h=480]
Die Rückfahrt führt uns an den riesigen Lava– und Aschefeldern des Llaima entlang. Eine Mondlandschaft sondergleichen, auf der Asche sieht man die Autospuren kaum. Rolf hält an einem der klarsten Seen, die ich je gesehen habe. Alte abgestorbene Bäume kann man locker bis zum Grund sehen. Die leuchtend blaue Farbe vor schwarzer Vulkanasche und bröckeliger Lava hat etwas Unwirkliches. Die Laguna Arcoiris ist einen Besuch wert.

Nochmal 100 km Schotterpiste und wir sind pünktlich zum Abendessen wieder in unserer Unterkunft.
Fantastische Landschaft und Bilder
Klingt gut und sieht gut aus; vorgemerkt für später!
…almost as clear as Lake Michigan