Cochamó

In Kletterkreisen ist das Cochamó Tal oder der Cochamó als perfektes Granitgebiet mit riesigen Wänden bekannt. Das Gebiet ist noch nicht überlaufen und jede Menge unbegangener Fels wartet noch. Wer das Ganze aus Klettersicht ansehen möchte, hier ist ein Bericht.

Rolf und ich sind das etwas gemütlicher angegangen, von den Kletterern haben wir nichts gesehen, da wir gar nicht bis zum ersten Campingplatz gelangt sind. Obwohl wir die großen Wände nicht gesehen haben, sind wir durch tropischen Wald gewandert und haben es sehr genossen. Die Anfahrt wurde im Reiseführer als schwierige Straße, nur für Geländewagen befahrbar, angekündigt. Allerdings war die normale Schotterstraße am See entlang viel schlechter als das letzte Stück das Cochamó Tal hinauf. Man sollte sich vom Reiseführer nicht abschrecken lassen.

Am Ende der Straße hat man sich zu registrieren, wir tragen uns trotz unseres Halbtagesausflugs ein. Alle deuten auf ihre Gummistiefel und weisen auf den 6 Tage ununterbrochenen Regen, den sie hatten, hin. Wir stellen uns mal wieder auf etwas Sumpf ein, wenn es nicht weitergeht, gehen wir halt um.

Als Erstes lernen wir, dass uns der Weg nicht alleine gehört. Wir teilen ihn uns mit Reitern und dem Wasser. Die Pferde haben teilweise tiefe Spuren hinterlassen, das Wasser deckt sie etwas ab und macht es tückisch.

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Wir sind ein etwas ungleiches Paar, Rolf stapft mit seinen dicken Wanderschuhen durch den Matsch, ich mache mit meinen leichten Hikingschuhen schöne Bögen außen rum. Um den Vorteil wieder auszugleichen, beschlägt Rolfs Brille beständig und er muss Putzpausen einlegen. Der Regenwald ist nicht nur am Boden feucht. Wir definieren also neben der Umkehrzeit auch noch einen Temporestbestand, den Rolf für den Rückweg braucht. Skurriler Tag.

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Dieser schöne Holzsteg ist wirklich die Ausnahme, die Pferde gehen direkt darüber, uns hilft er auch. Der tropische Wald ist mal wieder sehr dicht, viel Moos, viele Schlingpflanzen. Der Weg geht über Stock und Stein, wir wundern uns permanent, wie hier die Pferde durchkommen.

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Nach fast 2 Stunden hat Rolf die Hälfte seiner Tempos durch und da der Weg in absehbarer Zeit nicht aus dem dichten Wald herauszuführen scheint, drehen wir um. Die Enttäuschung über das nicht erreichte Ziel, welches immer noch 3 Stunden entfernt liegt, wird überwogen durch den wirklich einzigartigen Weg durch steiles Gelände mit viel Wasser und einem ganz anderen Wald, als wir bisher hatten.

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Plötzlich müssen wir an die Seite springen, der Gaucho – Rolf wirft ein, dass er hier Huaso heißt – kommt uns samt Packpferd entgegen. Ich zücke die Kamera und er hält an, um sich knipsen zu lassen, sehr freundlich hier die Landbevölkerung. In aller Ruhe reitet er weiter, die Pferde stapfen gemütlich über Stock und Stein und durch den Matsch. Vielleicht doch die bessere Fortbewegung hier.

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Diese Hängebrücke wird allerdings nicht beritten. Die Pferde müssen durch den Fluss, wir dürfen balancieren. Der Wald fasziniert mich, hatte ich ja schon berichtet, hier ist es noch mal ganz anders. Dieser Stamm ist vor lauter Schmarotzern wieder mal gar nicht zu sehen.

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3-4 Stunden Autofahrt für 2-4 Stunden Wanderung, absolut lohnend.

 

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