Parnell, dieser Schickie-Mickie Stadtteil von Auckland, hat uns nicht wirklich freundlich empfangen. Nieselregen, Wind, die Straßen voller Laub und Äste, ein paar umgeknickte Bäume. Der durchgezogene Orkan scheint doch heftiger gewesen zu sein. Am Montag morgen ist aber alles aufgeräumt, die Sonne scheint und das Land der großen, weißen Wolke benimmt sich auch so. Unser Blick vom Hotelzimmerbalkon macht jetzt auch was her.

Auckland hat viele schöne Parks, mit teils sehr altem Baumbestand. Schon wieder neue Baumarten, wo wir doch noch nicht mal die chilenischen alle benennen können. Diese haben mich gleich an’s Silvesterfeuerwerk erinnert, so gleichmäßig gehen die Äste in alle Richtungen. Herunterhängende Luftwurzeln tragen noch mal zum besonderen Aussehen bei.

Parnell ist gar nicht so weit von der Innenstadt, wir sind das locker gelaufen, hat aber mit den Hochhäusern dort nichts gemein. Nette Holzhäuser, Rosengärten, Straßenbäume. Sabine, wie schon in Palo Alto: „mit Schaukelstuhl auf der Veranda könnte ich’s hier aushalten“.

Überraschend sind die vielen Häuser im Bauhaus oder Art Deco Stil, runde Erker, typische Fenster, Ornamenten und manchmal Namenszügen eingelassen. Wir haben noch nicht herausgefunden, wie diese Stilzusammensetzung entstanden ist. Im Süden soll Napier, nach einem Erdbeben zerstört, komplett so wieder aufgebaut worden sein.

Aber es ist nicht nur eine reine Wohngegend, die Hauptstraße startet mit der schicken Holzkirche St. Mary’s, gefolgt von Galerien, Restaurants und kleinen Boutiquen.

Schon schade, dass wir ja gar nichts kaufen, zumindest ein Kaffee sollte doch drin sein. Wie wär’s hier?

Wir müssen also nicht nur den Wechsel von der 2. in die 1. Welt verkraften, sondern finden uns auch gleich noch sehr exklusiv wieder. Sabine hatte mal wieder den richtigen Riecher mit dem Hotel.
Eigentlich genau die Kontraste, wegen derer wir auch unterwegs sind.