Puhoi

Wir haben uns in Chile das Auswanderermuseum in Frutillar angesehen und dort die Beschreibung der ersten Auswandererwelle aus Deutschland nach Osorno beschrieben gesehen. Irgendwie haben wir damals gar nichts zu dem Thema geschrieben. Jetzt finden wir exakt die gleiche Situation hier in Neuseeland.

Sabine hatte von einem Museum deutscher Auswanderer gehört und da es direkt auf dem Weg nach Norden lag, haben wir dort angehalten. Eine sehr nette ältere Dame, mit böhmischen Vorfahren aber ohne Deutschkenntnisse, gibt uns eine schöne Einführung in die Thematik.

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Gleich zu Anfang fallen mir die Parallelen zu Osorno auf. Um 1850/60 werden in Europa vorwiegend Handwerker für die neuen Überseegebiete angeworben. Das Versprechen, dort gutes Weide- oder Ackerland geschenkt zu bekommen, entpuppt sich als nur die halbe Wahrheit. Sowohl in Chile als auch in Neuseeland handelte es sich sehr häufig um Dschungel oder Urwald, kaum eben, kaum zugänglich, aber immer mit viel Arbeit verbunden.

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Die Auswanderer in Puhoi sahen sich als Böhmen, kamen alle aus dem selben Dorf in der Nähe von Pilsen. Schön ist ein Stein in der Ortsmitte, der alle Schiffe mit Ankunftsjahr der Einwohner auflistet. Erinnert mich an Steve mit seinem stolzen „Daugthers and Sons of the Mayflower“.

Die Urbarmachung des Bodens war in beiden Fällen mit viel Schweiß und Blut bezahlt worden. In Puhoi wurden mit dem Verkauf der gerodeten Bäume die ersten Geschäfte gemacht, da das nahe Auckland viel Bauholz benötigte. In Frutillar werden in diesem Brief die besonderen Schwierigkeiten dokumentiert.

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Ein schöner Einstieg in das Landleben in Neuseeland.

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