Wir sind noch mal zurück an die Küste südlich von Melbourne gefahren. Letzte Woche war es wegen des australischen Nationalfeiertages und des Ferienendes ja sehr voll hier. Es ist zwar im Vergleich mit dem Inland nach wie vor voll, aber wir bekommen leicht ein Zimmer auf Phillip Island mit Balkon und Blick aufs Wasser. Am späten Nachmittag parken eine Menge Reisebusse um das Hotel, meist asiatische Besucher vertreiben sich die Zeit am Strand oder essen in den zahllosen Restaurants in Cowes. Wir können uns das erstmal gar nicht erklären.
Wir sind hierher gefahren, weil es eine wilde Pinguinkolonie geben soll. An einem Ort namens Pinguine Parade soll man diese im Abendlicht beobachten können. Sie kommen dann vom Fischen zurück und gehen an Land, um ihren Nachwuchs zu füttern. Hört sich interessant an. Da das aber etwas für abends ist, beginnen wir den Tag mit einem Besuch der Nobbies, da soll es auch schon Pinguine geben. Am äußersten Ende der Insel befinden sich ein paar Felsen im Wasser, die sogenannten Nobbies.

Ein hölzerner Steg führt an der Küste entlang durch das Naturschutzgebiet. Überall am Hang gibt es kleine hölzerne Kisten mit einem Eingang. Zu manchen Kisten führt ein schmaler Pfad, andere haben eine weiße Spur dahin. Siedeln hier Möwen oder andere Vögel, fragen wir uns.

Ein Stückchen weiter weist uns eine ältere Dame auf ein Loch im Boden hin. Wir finden einen fast ausgewachsenen Pinguin vor, der hier auf die Fütterung durch seine Eltern wartet. Damit ist auch klar, dass hier Dutzende Pinguine nisten und wir schauen uns nach anderen Jungen um. Guano vor den Kisten und Erdlöchern ist ein untrügliches Zeichen für deren Bewohner.

Direkt unter dem Steg werden wir fündig. Ein kleiner Pinguin, gerade in der Mauser, schaut etwas verängstigt in die Welt. Hat sich sicher zu weit rausgewagt.

Super Auftakt zu einem Tag voller Tiere. Zwischen den Pinguinnestern begegnen uns einige Hühnergänse, immer als Pärchen, sind auch gar nicht scheu.

Als nächstes schauen wir uns schon mal den Ort der Pinguin Parade an und sind etwas enttäuscht. Betontreppen an den schönen Strand gebaut, Scheinwerfer wie im Grenzgebiet. Davor riesige Parkplätze für Busse und Autos. Wir ahnen, was die ganzen Busse an unserem Hotel so getrieben haben und dass sie alle hier aufschlagen werden. Wir sind raus, ist uns zu trubelig und zu gesellig. Tiere beobachten geht doch eher anders.

Bislang haben wir, ehrlich gesagt, die meisten größeren Tiere Australiens tot auf den Straßen liegen sehen. Die breiten Landstraßen mit dicken LKWs sind nicht einfach zu überqueren, Zäune gibt es erst gar keine. Somit reizt uns ein Koala Park auf der Insel sehr, endlich ein paar lebende Tiere in ihrem Habitat anzuschauen. Auch ein guter Ersatz für die Pinguine.
Auf dem Weg dahin fahren wir noch an einem Mangrovensumpf vorbei, kurzer Stopp und kurze Wanderung. Ein sumpfiger Meeresarm führt weit ins Land, die Mangroven sind eher klein und krüppelig.

Man sieht aber das Leben im Wattboden sehr hautnah. Wie man im Titelbild schon sieht, muss man sich für Fotos auch anstrengen. Ergebnis ist nach wie vor ein Suchbild, da sich die Krebse gerne rumsuhlen. Die kleinen Löcher, die bei uns Wattwürmern ein Zuhause bieten würden, werden hier von den Krebsen bewohnt.

Aber zurück zu den Koalas. Der Tierpark hat einen hölzernen Steg in ca. 4 Metern Höhe in den Eukalyptuswald gebaut, damit man die Koalas beim Schlafen beobachten kann. Dieser Koala hatte sich etwas nah and den Steg gesetzt und der Radau einiger Kinder hätte ihn fast dazu bewegt, sich einen anderen Ort zu suchen. Dann scheint ihn aber ein neuer Schlafanfall davon abgehalten zu haben.
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Die Eukalyptusblätter haben so wenig Nährstoffe, dass die Koalas große Teile ihres Lebens verschlafen, um Energie zu sparen. Anderes Futter ist allerdings auch keine Option.

Sabine sieht etwas über einen nahegelegenen Weg hoppeln, sieht nach kleinem Känguru aus, wir müssen da mal hinterher. Etwas sich Bewegendes nach den doch sehr statischen Koalas wär nicht schlecht.

Wir treffen ein paar Walabys, wie diese kleinen Kängurus heißen. Sie sind zwar auch nicht die flottesten, da sehr futterfixiert.
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Sehr schöner Tag mit vielen neuen Tieren aus nächster Nähe. Wir können dann aber doch noch ein bisschen die Zivilisation genießen.
