Wir sitzen erledigt im Hotel, der Tag war etwas hektisch. Wir dachten, es sei eine gute Idee, mal einen Pauschalausflug zu buchen, um etwas über die Kultur und Geschichte Thailands kennenzulernen. Um 8:30 werden wir von einem Minibus eingesammelt. In der Gruppe sind 4 Rumänen, 1 Nepalese, ein Pärchen aus Ecuador, Sabine und ich. Mit den Rumänen ist nichts anzufangen. Der Nepalese arbeitet für das Verkehrsministerium als Deputy Director General. Ich liebe solche Titel, scheint eher ein hohes Tier zu sein. Wir sprechen über Happyness Level, Religion, Essen und Reisezeiten nach Nepal. Die Reiseleiterin ist eine kleine Thai, 23 Jahre, Tourismusstudentin. Wie wir erfahren, war sie gestern auf Party und hatte Suppe zum Frühstück, um ihren Kater zu bekämpfen. Grundsätzlich sei sie eine schlechte Buddhistin, da sie die Regeln Nummer 2 und 5, keine Tiere essen und keinen Alkohol trinken, wenig befolgen würde. Bis hierhin ganz lustig, allerdings ist sie eine etwas aufgedrehte, hektische Person und scheucht uns durch den Tag.

Erstes Ziel ist der große Palast. Leider kommen die Daten und Fakten den ganzen Tag über etwas zu kurz. Einzig die 10 Rama Könige werden öfter bemüht, von unserer Führerin auch eher „Lama“ ausgesprochen. Der Palast wurde von den verschiedenen Herrschern immer wieder erweitert und die neuen Gebäude und Tempel jeweils der aktuellen Mode angepasst. Wir sehen sowohl indischen als auch chinesischen Einfluss. Einige der Torwächter haben schon europäische Gesichtszüge und angedeutete militärische Kleidung. Leider, oder vielleicht zum Glück, haben wir sehr bedecktes Wetter. Mein Bruder sagte, dass es bei Sonnenschein wegen des vielen reflektierenden Goldes für ihn zu heiß gewesen sei.

Von außen sieht es sehr idyllisch und friedlich aus. Allerdings haben wir dann alle Chinesen, die schon mit uns in der Einreiseschlange standen, hier im Palast wieder getroffen.

Ich habe sehr viele Fotos mit sehr viel Gold drauf geschossen. Im Bereich der Großen Pyramide, hier Prang genannt, sind die Gebäude sehr schön vergoldet. Kleine, bunte Steine ergänzen das Ganze.

Der etwas schlichtere Teil der Anlage fällt kaum auf. Irgendwie sind wir doch auf alles Glänzende getrimmt und der Blick bleibt immer am Gold hängen.

Im Vordergrund des Fotos gibt es ein Modell von Angkor Wat, unsere Führerin sagt, dass es einmal zu Thailand gehört hätte und es deswegen hier das Modell gebe. Der Tempel dahinter ist mit buntem, glasierten Ton geschmückt. Sieht toll aus, steht aber zu dicht an dem Gold, um wirklich zu wirken.

Die zahlreichen Wandgemälde sind ebenfalls mit vielen Goldflächen versehen. Es wird fleißig restauriert. Wie in unseren Kirchen wird hier die buddhistische Lehre bildlich dargestellt. Leider ist vieles für mich unverständlich, zu viel was ich mir alles anlesen könnte. Die Thai erzählt uns zwar eine Geschichte über den Riesen, der von Buddha den Teufelsfinger geschenkt bekommen hat, ist aber etwas wirr die Geschichte.

Der versprochene Smaragdbuddha fällt sehr klein aus in dem riesigen Tempelsaal. Erinnert etwas an Mona Lisa Dimensionen. Hier mischt sich dann auch sehr der Glaube mit dem Tourismus und den Schweißfüßen.

Wir fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr in einem erstaunlich leeren Bus zum nächsten Tempel, dem Wat Pho. Dort befindet sich der 46 Meter lange, liegende Buddha. Es gibt 8 klassische Buddhahaltungen, die sich in den Buddhafiguren wiederfinden. Jeder Gläubige bekommt eine Figur zugewiesen, anhand seines Geburtswochentages. Mittwoch ist in Vormittag und Nachmittag aufgeteilt. Unsere Führerin sagt, sie sei dienstags geboren und daher sei ihr Buddha der Liegende (Schlafende). Das sei auch ihre Lieblingshaltung, kaum zu glauben bei der Geschwindigkeit, in der sie es vorträgt.

Natürlich liegt der Buddha nicht alleine da rum sondern wird von anderen Gebäuden flankiert. Hier überwiegt der Keramikstil, trotzdem gibt es viel Gold wie in diesem offenen Gang.

Ich finde diese Prangs faszinierend und sie sind wirklich groß.

Wir begeben uns auf die andere Flussseite zu Tempel Nummer 3. Netterweise begrüßt durch eine thailändische Tanzgruppe in traditionellen Gewändern.

Das mit der Tanzgruppe hab ich mir ausgedacht, in Wirklichkeit wird man von diesem doch sehr zufriedenen Buddha begrüßt. Der Wat Arun Tempel hat im Zentrum einen sehr großen Prang, die verschiedenen Ebenen wurden von Rama 1, 3 und 5 angelegt.

Schöne feine Keramik verziert den ganzen Turm.

Der Turm wird, wie fast alle anderen Türme auch, von diesen Figuren getragen. Nach dem vielen Gold ist das hier entspannend hell und schön.

Tempel sind durch und wir begeben uns auf eine Bötchenfahrt. Ein bisschen in den Kanälen rumshippern, wurde uns versprochen. Im Gegensatz zu gestern ist das Wasser des Chao Phraya etwas kabbelig.

Das Lustige an diesen Booten ist der Motor, der direkt auf der Welle zur Schraube sitzt und von dem Fahrer mitbewegt wird. Fast so groß wie im Auto, ungedämmt und damit sehr laut, Auspuffrohr geht einfach nach oben weg. Das ist kein wirklicher Spaß. Eine Ladung Wasser hat der nette Kapitän mir auch noch in den Schoß geschaufelt, brrr.

Man sieht jetzt mal ein bisschen die Menschen, die am Flussufer hausen. Bislang haben wir von Armut noch nicht so viel mitbekommen. Sie verkaufen hier aus den flachen Holzbooten ein bisschen Nepp an die Touristen.

Noch ein spätes Mittagessen und wir haben unsere Tour geschafft. Wir haben viel gesehen in der kurzen Zeit, sind aber auch erledigt.