Jan hat seine Eindrücke über unseren Angkor Wat-Besuch bereits beschrieben. Für mich war es vor allem 7 Stunden Ganzkörperüberhitzung. Wir sind in der heißen Trockenzeit hier. Die morgendliche Fahrt aus der Stadt nach Angkor Wat durch die kleinstädtische Rushhour von Siem Reap war noch ganz angenehm, aber danach geht auch sofort das Schwitzen los. Es ist trotz der frühen Stunde schon sehr heiß und die Luft schwer. Die beste Investition des Tages waren 2 US Dollar in einen Fächer, mit dem ich mir ein kleines bisschen Luft verschaffen kann. Unser Führer erzählt uns viele Geschichten vom Hinduismus und Buddhismus. Manche Namen kenne ich aus meiner Hermann Hesse Lektüre. Ich muss mich auf sein Englisch sehr konzentrieren. Jan hat keine Probleme, alle möglichen abgedrehten Englisch-Slangs dieser Welt zu verstehen. Angkor Wat ist ohne Zweifel ein absolut beeindruckendes Bauwerk riesigen Ausmaßes. Wat bedeutet Tempel, es ist also nur eine, die größte Tempelanlage innerhalb der Stadt Angkor. Angkor war im 12. Jahrhundert mit 1 Million Einwohnern die größte Stadt der Welt. Ich muss feststellen, dass ich von der Geschichte der Khmer überhaupt nichts weiß.

Während Jan auf den zentralen Turm steigt, um den Göttern näher zu sein, bleibe ich im Schatten. Ein Guide, der neben mir sitzt, ist sozusagen Kollege. Wenn er nicht als Tourguide arbeitet, das ist in der Regenzeit ungefähr von Juni bis Oktober, unterrichtet er seine Muttersprache Khmer. Schnell schreibt er mir ein paar Vokabeln aufs Papier und springt dann blitzschnell auf, weil er seine deutschen „Kunden“ nach deren Turmbesteigung wieder in Empfang nehmen muss.

Nächste Station ist Ta Prohm. Während man sich in Angkor Wat auf einer weiten, freien Fläche fühlt, ist man wenige Kilometer weiter plötzlich im Dschungel. Die Bäume und Geräusche von Vögeln und Grillen erinnern mit stark an unseren Besuch im peruanischen Dschungel.

Und unser Führer hat auch ein wenig Ähnlichkeit mit dem in Peru. Ich muss jedes Mal in mich hineingrinsen, wenn er von Buddha spricht und sich dabei seine eigene Bauchkugel streichelt.
Ich habe noch nie Tomb Raider gesehen, wie sich jetzt rausstellt, eine Bildungslücke. Einige Szenen sollen hier gedreht worden sein. Ich kann mir diese Ruinen als Filmkulisse sehr gut vorstellen, es wirkt wie ein magischer, verwunschener Ort. Bäume und Mauern sind über die Jahrhunderte zu einer Einheit verschmolzen.

Der Guide beantragt eine einstündige Mittagspause und wir werden kurzerhand vor einem Restaurant ausgesetzt. Wir essen Khmer, ich nehme Amok (Betonung auf der zweiten Silbe) mit Hühnchen, Jan das Khmer Curry, beides leicht und sehr lecker.

Als wir rauskommen, schaukeln Guide und Fahrer in Hängematten, von denen es unzählige am Straßenrand zu mieten gibt. Jan legt sich gleich mal dazu. Inzwischen wird mir von einem kleinen Jungen etwas zum Kauf angeboten, er bedrängt mich, ich schenke ihm nur ein Bonbon. Man soll den Kindern nichts geben oder abkaufen, weil sonst das Business wichtiger ist als in die Schule zu gehen. Kambodscha ist ein sehr armes Land, was man gar nicht glauben mag, wenn man in Siem Reap an all den teuren Hotels entlang fährt. Es wirkt wie ein gut florierender Urlaubsort. Ist es ja auch. Aber auf dem Markt in der Innenstadt und um die Tempelanlagen bedrängen die Verkäufer die Besucher schon sehr. Sie wollen verständlicherweise auch ein Stückchen vom Tourismus-Kuchen abbekommen. Auch dies erinnert mich an Peru.
Abschließend gehen wir noch eine kleine Runde durch Ankor Thom, es ist die größte erhaltene Stadtanlage.

Ich kann den ganzen Ausführungen eigentlich schon gar nicht mehr folgen, während Jan noch gute Fragen stellt.
Endlich geht es mit dem Tuk Tuk zurück nach Siem Reap. Am Straßenrand sind jede Menge Affen unterwegs. Man hat gewarnt, dass sie agressiv sein könnten, sind sie aber nicht.

Nach diesem fordenden Tag freue ich mich auf eine Abkühlung im Pool.
Sehr schöne Bilder! Die drei Mönche auf der Bank gefallen mir sehr gut, denn sie strahlen eine Fröhlichkeit und Gelassenheit aus. Hier gibt es übrigens hoffentlich die letzte Kältewelle des Winters mit bis zu -20 Grad. Freue mich schon auf den Sommer und das Schwimmen in einem Badesee!