Das Japan der Samurai Filme

Ich kenne ja Japan durch verschiedene Brillen, eine davon ist sicher dem heldenhaften Samurai, Mantel und Degenfilm Genre geschuldet. Dabei wird natürlich immer viel an Schnüren rumgeschwungen und lange Schwertkämpfe in der Luft ausgefochten. Auch die Sounddesigner kennen sich sehr gut mit wehenden Gewändern aus. Landschaft ist meistens malerischer Wald oder Ebene, aber auch der gepflegte japanische Garten. Wohnen tuen die Helden immer in Häusern mit vielen Schiebetüren und Bastmatten belegten Böden. Einrichtung sieht man wenig, höchstens mal eine dünne Matte zum schlafen. Alles Dinge, die ich im modernen Japan so nicht erwarte, umso überraschter war ich beim Besuch der Burg Nijo in Kyoto.

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Wir sind ja nur in Kyoto gelandet, da uns Justin erzählt hat, dass sie gerade in der Schule über Kyoto gesprochen haben und er die 3 Burgen an allen Enden der Stadt sehr interessant fand. Danke dafür.

Die Burg besteht, klassisch aus Mauer mit Wassergraben, ansonsten aus flachen großen Gebäuden, in denen der Shogun gelebt und regiert hat.

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Im Inneren durfte man nicht fotografieren. Im Prinzip war das ganze aber eine Ansammlung von Schiebetüren um Bastmatten. Hört sich wirr an? Keine Samurai Filme geschaut? Also, die einzelnen Räume sind durch Schiebetüren, innen meistens Holz, je weiter außen eher mit Japanpapier bespannt, von den Nachbarräumen oder dem Gang getrennt. So bilden sich Schachteln in anderen Schachteln. Tageslicht dringt nur hinein, wenn man alle Schiebetüren bis ganz nach draußen öffnet. Dadurch entsteht ein Gebäude, das entweder sehr transparent oder sehr verschlossen und verwinkelt sein kann, je nachdem wie man die Schiebeelemente stellt. Tolles Wohnkonzept, im Winter halt etwas zugig.

Während der Besichtigung gibt es auf einmal italienische Durchsagen, sehr merkwürdig. Allerdings musste ich dann feststellen, dass hinter der Burg italienische Autos, meist Oldtimer, vorgestellt wurden. Der Japaner teilt die Leidenschaft für Ferrari, Lamborghini und Maserati scheinbar mit dem Italiener. Zur Veranstaltung sind wir nicht reingekommen, zu exklusiv für uns.

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In der ganzen Anlage dürfen die japanischen Gärten natürlich nicht fehlen. Der geharkte Kies ist hier durch ordentlich kurzgeschorenen Rasen ersetzt.

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Die Baumblüte hat hier einen größeren Raum eingenommen. Die Burg war auch noch abends geöffnet, um sich die angestrahlten Bäume anschauen zu können.

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Leben am Hofe war sicherlich schwierig, da stark regelbasiert. Allerdings habe ich den Eindruck, dass es im modernen Japan genauso schwierig ist.

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