Hongkong ist für mich so grau wie Lima, jeden Morgen hat der Himmel die gleiche graue Farbe. Ich weiß nicht, ob es an der Wetterlage oder vielleicht am Smog liegt.
Also muss man sich die farbenfrohe Welt innen anschauen, davon gibt es reichlich. Es flackert und flirrt den ganzen Tag an allen Ecken und Enden. Sobald es dunkel ist, setzt die Fassaden-Lightshow ein.

Nachdem wir 2 Tage mit Kai und Ansgar unterwegs waren, sind wir nun „auf uns selbst gestellt“. Auch Jan ist an diesen Tagen einfach nur hinterhergelaufen. Das merkt man nun. Plötzlich ist er nicht mehr sicher, in welche Richtung wir laufen müssen. Auf diese Weise kommen wir an einem sehr authentischen Stückchen Hongkong vorbei. Wir finden uns plötzlich in einer Halle wieder, in der an vielen Tischen die Arbeiter aus der ganzen Umgebung beim Mittagessen sitzen. An zahlreichen Garküchen kann man unterschiedliche Gerichte bestellen. Es geht sehr schlicht zu. Im Vorbeigehen sehe ich ein komplett abgenagtes Fischskelett. Auf anderen Tellern finden sich bestimmt viele der getrockneten Zutaten, die wir bei unserem Rundgang mit Ansgar schon gesehen haben, nun in einem Essen verarbeitet.


Einer der Betreiber hat gerade 2 Plätze an einem Tisch frei und bietet sie uns an. Ich lehne dankend ab. Das wäre mir, glaube ich, ein bisschen zu authentisch. Um ehrlich zu sein, bin ich froh, als wir diese Halle hinter uns gelassen haben. Auch die Vielzahl der intensiven Gerüche fand ich nicht sehr verlockend.

Es macht für mich einen großen Unterschied, ob ich ein bisschen quasi Schaufenster anschaue oder ob ich tatsächlich etwas kaufen möchte. Da ist es dann plötzlich nicht so einfach, die richtige Mall zu finden.

Es gibt die einen auf Hochglanz polierten, die etwa der Maximilianstraße entsprechen, mit allen wohlklingenden, hochpreisigen Labels, die man sich so vorstellen kann. Einkaufen würde ich dort nie, in München war ich schließlich auch nicht bei Prada einkaufen.
Und dann gibt es auch zahlreiche Billigstläden, in denen man das Gefühl hat, dass dort die Restposten der letzten 5 Jahre verkauft werden sollen. Daneben gibt es sehr chinesische Malls, die sich schon am Eingang ganz anders präsentieren und die Kunden mit Schneidereien und Gelbgold-Schmuckgeschäften empfangen.

Zwischen diesen vielfältigen Angeboten schauen wir noch ein bisschen, ob für uns vielleicht etwas Passendes dabei ist.
