Gestern sind wir zu unserer Süddeutschland-Rundtour aufgebrochen. Ich hatte mir vorher keine großen Gedanken gemacht, wie alles so werden würde. Obwohl ich manchmal schon dachte, ob wir das wohl dreieinhalb Wochen im Hotel aushalten werden. Ich bin mir nicht sicher.
Es ist ein großes Wechselbad der Gefühle. Manches fühlt sich wie normaler Urlaub an. Man bummelt durch Schweinfurt oder Bayreuth und genießt die neuen Eindrücke.

Abends im Biergarten Café Florian in Bayreuth stellt sich bei Würstl mit Kraut das gewohnte Bayerngefühl ein. Weil es draußen stattfindet, fühlt es sich recht unbeschwert an.
Etwas anders dagegen die Stimmung heute beim Frühstück. Um uns herum nur Auszubildende, die versuchen, einen guten Job zu machen. Jan meint, alle Festangestellten seien in Kurzarbeit, kann gut sein. Alles ist in kleine Töpfchen mit Klarsichtfolie verpackt, muss sein, erzeugt aber große Plastik-Müllberge. Am Eingang wurden die Wünsche abgefragt, wie manchmal im Krankenhaus: Kaffee oder Tee? Wie viele Brötchen? Ei, gekocht oder als Rührei? Es fühlt sich ein wenig beklommen an.

Aber in diesem riesigen Kongresshotel, das am Sonntag recht verwaist wirkte, stellt sich am Montagmorgen wieder etwas Leben ein. Die ersten Tagungen finden, verteilt auf 2 Säle, wieder statt.
Neben dem Hotel befindet sich eine riesige Shopping-Mall für Textilien und Schuhe. Die Auswahl ist unüberschaubar groß. Draußen ist es heiß, drinnen gut klimatisiert und ich habe Lust, nach Sommerkleidung zu schauen. Fühlt sich alles ganz normal an, bis ich zu den Umkleidekabinen komme und die Baustellenabsperrung sehe. Da war doch was. Egal.

Noch eine kleine Runde durch die Schuhreihen und dann möchte ich nur noch meine Maske abnehmen dürfen. Also, nichts wie raus hier.
So ein kleines, selbst bedrucktes Täschchen für die Maske ist sehr praktisch und schön. Danke Christel.
