Wie Sabine schon geteasert hat, haben wir an einem Tag 3 wichtige Personen für Bayreuth in ihren Museen besucht. Angefangen mit Franz Liszt, den wir schon ein wenig aus Weimar kennen. Mit seiner Musik und deren Bedeutung habe ich mich aber noch nicht wirklich auseinandergesetzt. Ich habe 2 Videos von Daniel Barenboim gefunden, die ihn ein bisschen einordnen.
Das Museum befindet sich in der Wohnung, in der er häufig zu Gast war, und in der er auf einer Reise an Lungenentzündung gestorben ist. Seine Stationen in Paris, Rom und Weimar spiegeln sich in seiner Musik deutlich wieder. Allerdings muss man da schon ein wenig selber forschen, ist ja alles Neuland für mich. Ich habe zwei Interpretationen seines Liebestraumes von Barenboim und Lang Lang gefunden, die unterschiedlicher nicht sein können.
Die Bedeutung Liszts zeigt sich auch in der Wertschätzung Richard Wagners für ihn. Schon sind wir im nächsten Museum. Wagners Wohnhaus Wahnfried, das Gartenhaus seines Sohnes und ein neuer unterirdischer Raum, das eigentliche Museum.

Im imposanten Wahnfried bekommt man eine Idee, wie man auch als Nicht-Adeliger im 19. Jahrhundert wohnen konnte. Im Museum gibt es einige Bühnenbilder aus den letzten 50 Jahren en Miniatur zu sehen. Die haben mir gut gefallen. In der Hauptausstellung geht es aber um die Kostüme der Aufführungen. Es gibt ein, zwei spezielle dabei, in Summe allerdings enttäuschend. Liegt evtl. an der Jean Paul Gaultier Ausstellung, die wir vor einigen Jahren in Müchen bestaunen durften und in der sowohl Laufsteg-Roben als auch Theater- und Film-Kleidung gezeigt wurde.

Nach einem ausgiebigen Mittagessen (wir waren wirklich nicht mehr aufnahmebereit) haben wir uns noch Jean Paul angeschaut. Mir sagte der Name gar nichts. Nach 12 Jahren München, den wichtigsten Dichter Bayerns nicht zu kennen, zeugt entweder von meiner Ignoranz oder dem Verhältnis von Oberbayern zu Oberfranken.

Jean Paul war einer der Stars am Buchhimmel der damaligen Zeit, erst vom Volk und dann auch spät von der Kritik gelobt. Seine Bücher heute zu lesen, bedarf schon einer gewissen Begeisterung für die Sprache des 19. Jahrhunderts. Allerdings sind seine Aphorismen bis heute gültig und man kann damit sehr gut Politik machen …
Das Kind hält das, was es begehrt, und das, was ihm gehört, für eins.
Die Macht kann nicht milde genug aussehen.
… oder auch dem Zechen huldigen.
Essen nimmt, Trinken gibt Enthusiasmus.