Heute hatten wir die Idee, mal kurz nach Marienbad zu fahren, um dort evtl. die nächste Nacht zu verbringen. Hat allerdings nicht geklappt. Ein Bericht.
Kurz hinter der Grenze gab es die obligatorische Tanzbar Andrea, meine Anmerkung, die bekleidete Außenwerbung sei irreführend, löst bei Sabine nur lautes Lachen aus. Die Außenbereiche von Marienbad sind noch der Osten von 1989 und nicht sonderlich einladend. Unrenovierte Häuser neben Abbruchgrundstücken, ich würd es ja als morbiden Charme bezeichnen, Sabine fand es eher doof.

Das Internet zeigt uns unzählige Hotels an, alle Kategorien und Preisstufen sind vorhanden. Wir parken in der eher besseren Gegend und Sabine checkt mal die Hotels. Beim ersten hängt ein Zettel an der Tür, „Vorübergehend geschlossen“. Beim zweiten die Aussage, man könne erst um 16:00 Uhr wieder ein Zimmer buchen, erst würden alle Internetbuchungen einchecken, ab 14:00 Uhr, danach seien wir an der Reihe. Sabine ist etwas stinkig und als ich dann noch sehe, dass man ein Zimmer in dem geschlossenen Hotel im Internet locker buchen kann, müssen wir erstmal eine Runde zu Fuß gehen.

Die alte, mondäne Architektur ist sehr schön anzuschauen und macht sich in dem engen Tal sehr gut. Die Trinkhalle ist neu, die Wandelhalle daneben aber wieder eher morbide und rostig.

Sabine kauft eine Postkarte und muss feststellen, dass man im Laden mit Maske nicht bedient, sondern nur böse angeschaut wird.

Dafür, dass es auf den Straßen von Deutschen nur so wimmelt, maskenlos, eher nicht nach unserem Geschmack. Jetzt steht es fest, wir fahren wieder über die Grenze. Ist uns zu morbide, unfreundlich und abstandslos.

Ich persönlich finde, das hat hier Potential. Auf der anderen Seite hat es das Potential ja auch schon länger und es scheint eher schleppend voranzugehen. Gibt es denn keine EU Gelder mehr? Oder wartet man auf einen positiven UNESCO-Bescheid?
Noch kurz bei Andrea vorbeigefahren und wieder im makellosen, langweiligen Bayern.