Danzig

Danzig erinnert sehr an Lübeck, Hanse Architektur überall. Abends idyllisch beleuchtet.

Die schönsten Straßen voll von Bernsteinhändlern. Die schönen alten Gebäude leider mit modernem Schnick ausgebaut. Ich war bei einem Armenier in seinem Atelier, er hatte noch den alten Eingangsbereich über drei Etagen mit schönem Holztreppenhaus.

Er hat mir auch gleich erzählt das er Kunst an der Akademie in Danzig studiert hat und das er das Haus selber restauriert. Ich denke mal wie viele Armenier im Ausland war er Pole mit armenischen Wurzeln aber natürlich stolz drauf. Seine Kunst war im Keller sehr kommerziell, in seinem schönen Atelier, großformatig interessant.

Im Bild richtet er gerade seine Terrasse her. Wahrscheinlich zum plauschen mit den zahllosen Touristen.

In Berlin hatte ich die tolle Aussicht noch aus meinem Hotelzimmer, in Danzig muss ich auf den Turm der Marienkirche steigen. Die Übersicht ist aber sehr schön und entlohnt für den Aufstieg.

Zwar sind hier freundlicherweise die Stufen nummeriert, hilft aber wenig wenn man nicht weiß wieviel es insgesamt sind. Waren dann fast 500 und man steht auf einer Platform direkt auf dem klotzigen Turm.

Das WWII Museum ist ein schicker, moderner Bau am Rande der City und bietet einen umfassenden Kriegsüberblick der nicht so sehr auf den Holocaust fokussiert ist, sondern eher polnisches Leben unter deutscher Besatzung, im Krieg und unter den Russen zeigt. Enden tut es dann auch mit 1989, immerhin hat es hier entscheidende Freiheitskämpfe gegeben. Sehr gelungen.

Mittags wieder Pirogen, diesmal mit Wildschwein Füllung, dazu Pilzsauce. Beim Essen fällt mir dann auf das ich hier nahe an Tschernobyl bin und evtl. nicht so viel aus dem Wald essen sollte. War aber trotzdem lecker. Da ich von Lars keine Bierempfehlung bekomme, bleibe ich bei Limo a la Mojito.

Nachmittags mache ich dann noch eine Fahrradtour am Hafen entlang zum Strand. Auch hier erinnert vieles an die Lübecker Bucht. Eckhard sagt auch gerade am Telefon dass Günter Grass es deswegen in Lübeck toll fand. Leider habe ich sein Geburtshaus nicht besucht, es gibt wohl auch eine Bank mit Günter und Oskar vorm Haus. Bin ich schon mit Danzig durch?

Die Fahrradtour beschert mir auch meinen ersten Kreisverkehr. Es sind viele Radfahrer unterwegs und die Radwege sind gut ausgebaut. Am ganzen Strand führt ein ziemlich neuer Radweg entlang, teilweise nett in den Pinienwäldern gelegen. Es macht Spaß hier zu fahren. Der Rückweg ins Hotel führt mich dann über Nebenstraßen und ich muss doch auf der Strasse fahren, das ist etwas anstrengend. Aber die Hauptstraßen scheinen alle Radwege zu haben.

Fördernd ist Behaglichkeit. Was auch immer uns das sagen soll Malu. wir klären das später.

Ich muss mich noch entscheiden ob ich nach Kaunas weiterfahre oder ob mir das doch zu weit ist für eine Tagesetappe.

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