Heute wurde Irma auf Stufe 5 gehoben und gleichzeitig sind wir in Key West eingetroffen. Am Checkin im Hotel sagte man uns, sie würden schließen und keine neuen Gäste mehr annehmen. Es wäre die Schuld des Buchungsportals, uns nicht informiert zu haben. Nach Abschätzung der Lage, Irma trifft frühestens Freitagmittag ein, heute ist Dienstag, selbst wenn wir bis in den Norden von Florida flüchten müssen, sollte das kein Problem sein. Also doch noch für eine Nacht eingecheckt, Plan morgen möglichst früh losfahren.
Mein Vater hatte bei unserem letzten Telefonat noch zu mir gesagt, unsere Reise misse ein wenig das Abenteuer.
Auf dem Weg runter in die Keys sind uns schon ein paar Vorzeichen von Irma begegnet. Die Werbebanner am Straßenrand, meistens eine riesige Plane auf einen Holzrahmen gespannt, wurden allesamt eingerollt. Der Gegenverkehr war recht dicht, ne Menge Boote auf Trailern. Aber wir waren auf unserer Spur auch nicht die einzigen.
Erste Aktion nach dem Zimmerbezug, eine Galone Wasser kaufen, Kekse und Nüsse fürs Frühstück, wenn wir morgen sonst nichts kriegen. Sollte uns wieder aus den Keys rausbringen. Schon 18:30, nicht mehr viel Zeit, um uns Key West anzuschauen, also los. Wir sind ziemlich nah am südlichsten Punkt der USA. Ein schöner Blick auf eine nette Hotelanlage, Privatstrand und Steg. Eine Ecke weiter das ganze in etwas weniger schick aber öffentlich.

Dann die Duval Straße entlanglaufen. Daran befindet sich ungefähr alles, Kneipenparty, nette Restaurants, Touri-Shopping, Kinderbelustigung und Galerien. Eher wie erwartet. Was wir nicht erwartet hatten, war, wie wenig Leute unterwegs sind. Auch die Laden- und Kneipenbesitzer stehen etwas missmutig vor ihren Geschäften. Echt nix los. Ein wenig weiter verbarrikadieren die ersten Handwerker Fenster und Hauseingänge mit Holzplatten oder Wellblech. Eine (ich will immer lustig schreiben, ist aber unter den gegebenen Umständen etwas unanständig) skurrile Mischung aus wir machen erst mal weiter und bloß weg hier, macht sich breit. Da wir uns aber nun mal für eine Nacht in Key West entschieden haben, machen wir das Beste draus.

Hemingways Haus, leider schon geschlossen, lässt sich von außen nicht wirklich einsehen. Ein paar schnelle Fotos, am Leuchtturm gegenüber hängt schon ein „Geschlossen wegen Irma“ Schild.


Sonnenuntergang, am anderen Ende der Duval Straße, fällt wegen Wolken aus. Trotzdem nette Atmosphäre auf dem Pier mit Livemusik und einigen Leuten.
Sloppy Joe’s, angeblich Hemingways Stammkneipe, die ihm auch den Namen verdankt, ist ein Muss. Das hauseigene Island Ale ist lecker, das Full Moon Fish Sandwich auch.
Einige Kneipen bieten Live Musik, heute vor einem etwas dürftigen Publikum. Der Musikant im Irish Pub fordert uns musikalisch auf doch reinzukommen. Ist mir aber doch zu populärmusikalisch.
Dann zurück ins Hotel und mal schau’n, was der morgige Tag so bringt.


stay safe!
Hoffe, ihr seid jetzt weit genug weg von Irma, viele Grüße aus dem herbstlichen München! Petra