Begegnungen zwischen Weltenbummlern

Wir hatten uns ja vorgestellt, einer Menge von Leuten zu begegnen, die sich auch auf längeren Reisen befinden. War am Anfang in den großen Städten nicht der Fall. Hier in Peru ist es allerdings anders. Alle müssen mehr oder weniger den organisierten Routen folgen und auch ab und an ein Pauschalangebot annehmen.

Nachdem wir ein deutsches Pärchen schon mehrmals getroffen und sogar schweigend mit ihnen gefrühstückt hatten, spricht Sabine sie in Puno auf der Straße an. Sie sagen gleich zu Anfang, dass sie sich gerade ihren Lebenstraum erfüllen, 8 Monate Südamerika. Sie berichten von Ecuador und Bolivien, hören sich sehr zufrieden an. Da wir genau in der brüllenden Sonne stehen, verabschieden wir uns schnell. Wie noch viel geiler muss sich solch eine Reise anfühlen, wenn man Jahre davon träumt.

Abends dann sitzen wir in einem Restaurant, die Frau am Nachbartisch bekommt genau die Vorspeise, die Sabine nach langem Kampf doch nicht bestellt hat. Wir kommen ins Gespräch und sitzen nach dem Essen noch auf einen Pisco Sour zusammen am Tisch. Sie kommen aus Mecklenburg und meinen, wir würden Ludwigslust nicht kennen, pah. Die beiden sind etwas jünger als wir, beide Lehrer und haben sich eine einjährige Auszeit genommen. Allerdings sind sie etwas anders unterwegs. Ihre Fahrräder lassen sie für längere Hiking Touren schon mal zurück, haben aber ihr Zelt immer dabei. Ein Jahr Südamerika auf dem Drahtesel, Respekt. Außerdem sind sie genau zwei Tage nach uns gestartet.

Von ihnen hören wir dann auch die etwas anderen Stories, dreimal wurden sie schon von Anwohnern zurückgepfiffen, die ihnen rieten, eine bestimmte Straße oder Gegend zu meiden. Auf dem Fahrrad ausgeraubt, heißt ja schließlich wirklich mit Nichts dazustehen. Auch die Hotels hätten nicht wirklich Verständnis dafür, dass sie ihre Fahrräder sicher verwahren sollen. Ein sehr netter Abend mit Katrin und Andreas. Wir haben uns mal für Chile im Dezember verabredet. Man trifft sich ja immer öfters.

Im Bus lernen wir dann zwei Iren kennen, er hatte eine gerade gekaufte Banane an ein Schaf verfüttert. Mein Eis hab ich aber doch selber gegessen. War ein nimmersattes katholisches Kirchenschaf und eigentlich für den Kirchenrasen zuständig.

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Sabine hat dann rausgefunden, dass er in Bulgarien für die wilden Katzen ebenfalls Futter gekauft hatte. Ein schöner Anknüpfungspunkt. Die beiden sind seit dem ersten Januar unterwegs, waren schon in Australien, Neuseeland und Osteuropa, immer mit kurzem Zwischenhalt zuhause in Dublin. Zum Abschluss im Winter wollen sie noch in die Alpen zum Skifahren. Natürlich haben wir sie heute in Cusco schon wieder getroffen.

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Genau solche Begegnungen hatten wir uns vorgestellt.

1 Kommentar zu „Begegnungen zwischen Weltenbummlern“

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