Regenwald

Gestern Mittag sind wir nach 30 minütigem Flug über schneebedeckte Berge in Puerto Maldonado gelandet. Wir steigen aus dem Flieger aus und es ist das gleiche Erlebnis wie in Fort Lauderdale, es ist plötzlich heiß, nur diesmal bei ungefähr 90 % Luftfeuchtigkeit. Man reißt sich einige der bei 9 Grad in Cusco angezogenen Kleidungsschichten vom Leib und fängt trotzdem augenblicklich an zu schwitzen. Maria erwartet uns mit ihrer kleinen Tochter. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie perfekt die Organisation klappt.

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Das Taxi ist ein wenig klein für 4,5 Leute und unser Gepäck. Also wird mein Koffer kurzerhand aufs Dach gebunden.

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Es beginnt eine rasante Fahrt durch den Ort. Puerto Maldonado hat ca. 130.000 Einwohner. Damit hatte ich nicht gerechnet bei einer Stadt, die mitten im Dschungel liegt. Das größte Wachstum im Tourismus gab es in den letzten 6 Jahren, seit eine Straße vom Atlantik in Brasilien zum Pazifik in Peru fertiggestellt wurde. Wir fahren über eine Brücke in den neuen Teil der Stadt. Dann biegen wir ziemlich unvermittelt in eine unbefestigte Straße mit provisorisch wirkenden Hütten, junge Männer, die etwas unmotiviert herumstehen. Wo sind wir hier? Und dann biegen wir nochmal in einen kleinen Feldweg ab. Nach kurzer holpriger Fahrt halten wir vor einem schlichten Haus. Wir gehen hinein. Es ist das Büro der Amazon Planet Lodge, die wir für 2 Nächte gebucht haben. Innen ist alles ganz großzügig, Büro, Bar, Aufenthaltsbereich und davor eine große Terrasse mit Blick auf den Fluss.

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James, ein Australier, begrüßt uns ganz herzlich und zeigt uns sofort das WiFi-Passwort: letzte Chance, E-Mails zu checken, bevor es in den Dschungel geht. Wir packen leichtes Gepäck und können unsere Koffer im Büro lassen.

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Maria lädt zum Lunch auf die Terrasse. Und kurz danach können wir auch schon ins Boot steigen. Außer ein paar Versorgungsartikeln werden nur wir eine Stunde über den Fluss gefahren.

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Es ist herrlich, die Sonne scheint etwas, der Bootsführer zeigt uns einige Schildkröten in Ufernähe.

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In der Amazon Planet Lodge angekommen, nennt uns Ronaldo den weiteren Plan. In 10 min. Dschungelspaziergang, 18.40 Uhr ein weiterer Rundgang bei Dunkelheit, 20.00 Uhr Abendessen.

Wir beziehen unseren Bungalow, und abgesehen davon, dass ich total erledigt und durchgeschwitzt bin, sind wir erstmal völlig baff. Der Bungalow hat an 2 Seiten nur Fliegengitter und bietet freien Blick auf die vielfältige Vegetation. Vogelgezwitscher rings um uns her. Es ist wie im Zoo, nur andersherum. Wir sind im Käfig und draußen bewegen sich die Tiere in Freiheit. Das müssen wir uns erstmal anschauen und verzichten auf den ersten Rundgang.

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Das ist gut so, denn es verdunkelt sich zunehmend, Wolken ziehen auf und dann geht ein ziemlich heftiges Gewitter nieder, für ca. 20 min. regnet es Bindfäden (s. Titelbild), von den Geräuschen des Dschungels ist in der Zeit nichts zu hören. Und dann ist der Spuk vorbei. Ich habe nun das Wort Regenwald verstanden. Abgekühlt hat es sich nur wenig. Jan nimmt an der Erkundungstour im Dunklen teil.

Zum Abendessen treffen sich alle Touristen (ca. 15 Personen) zusammen mit den Guides im Haupthaus. Das Essen ist lecker, man tauscht sich über Reiserouten aus, bis das Personal aufräumen und alles für’s Frühstück um 7.00 Uhr richten möchte. Niemand geht mehr an die Bar. Alle ziehen sich in ihre Bungalows zurück. Kleine Lampen auf den Holzplankenwegen geben auch in den Bungalows etwas Licht. Strom ist hier ein wertvolles Gut und wird nur 3x pro Tag angestellt. Deswegen sind wir auch ganz sparsam damit. Da alle Bungalows offen sind, hört man noch Nachbargeräusche, ein Film läuft, ein Handy klingelt, wie kann das sein? Leise Stimmen.

Es ist immer noch sehr heiß und feucht. Wir kriechen unter das Moskitonetz und lauschen der Natur. Dann erlischt die Außenbeleuchtung und es ist tiefschwarze Nacht.

Ich wache bei Hellem um 5.45 Uhr auf. Eigentlich soll man morgens von der munteren Tierwelt geweckt werden. Ich finde es noch erstaunlich ruhig unter unserem Moskitonetz.

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2 Kommentare zu „Regenwald“

  1. Das hört sich ja super spannend an. Hier in München ist aber auch noch recht schön und warm. Kaum zu glauben, dass bald Weihnachten ist.
    Bin gespannt, ob ihr noch Vögel oder andere Tiere im Regenwald seht! Gruß, Petra

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