100 Tage unterwegs

Ui, ging doch schneller als erwartet. Muss man was schreiben nach 100 Tagen? Oder ist das so ein Politik- oder im Amt-Ding? Ich find, man kann und es ist ja auch ’ne Chance, nochmal drüber nachzudenken oder etwas zu ändern.

Wir hatten einfache Ziele, Land und Leute kennenlernen, daher überall mindestens 14 Tage bleiben, kein Europa und nicht viel USA. Davon haben wir bislang exakt das Ziel „kein Europa“ erreicht. Alles andere scheint in weiter Ferne. Wenig USA können wir uns abschminken, waren wir ja 6 Wochen.

Als Ziel hatten wir uns auch vorgenommen, richtig Spanisch zu lernen. Ich bin ja zu Abizeiten schon dran gescheitert. Wir kommen zwar überall durch, hier in Südamerika, aber wirklich mit den Einheimischen reden, vor allem spontan, ist nicht möglich. Wenn man sich schon drüber freut, ein paar Deutsche im Restaurant zu treffen, um ein wenig zu schnacken, sagt das viel aus. Trotzdem konnten wir uns bisher nicht aufraffen.

Zwei Wochen an jedem Ort bleiben, haben wir schon am Anfang in Kanada nicht wirklich angestrebt, in Florida haben wir es versucht, wurden aber vom Hurricane Irma eine ganze Weile durch die Gegend gescheucht. Peru dann die selbstgemachte Hektik bei unserer Rundreise, hat sich aber definitiv gelohnt. Aktuell versuchen wir in Montevideo etwas durchzuatmen und überlegen, auf dem Weg nach Chile noch Cordoba oder Mendoza einzuschieben. Sollte man da zwei Wochen bleiben? Ihr seht, wir sind da auch immer noch sehr unsicher, wieviel Zeit man an einem Ort verbringen sollte.

Eine weitere Herausforderung ist zusätzlich, dass man auf solch einer Weltreise natürlich 24 Stunden miteinander verbringt. Hatten wir bislang noch nicht. Einfach mal zur Arbeit gehen oder sich aufs Mountainbike setzen oder ne Woche Skiurlaub einschieben, ist nicht möglich. Neben den ganzen neuen Eindrücken sicherlich die größte Änderung im Alltag. Meistern wir aber ganz gut.

Haben wir schon über eine frühere Heimreise diskutiert? Natürlich, bleibt nicht aus. Bislang aber noch nicht allzu ernsthaft. Außerdem haben wir ja gerade kein zuhause. Gestern haben wir ein Pärchen getroffen, gerade mit der Panamerikana fertig, sie haben etwas über ein Jahr gebraucht, aber zwischendurch das Auto irgendwo geparkt und für ’ne Zeit nach Hause geflogen. Sie hat uns zum Abschied noch „Gute Nerven“ gewünscht, sagt auch viel über deren Reise. In die Versuchung, Urlaub von der Weltreise zu machen, können wir halt nicht kommen.

Die nächsten hundert? Noch ein bisschen Südamerika, bis Ende des Jahres oder etwas mehr, dann die Entscheidung rechts- oder linksrum. Entspannender wird es wahrscheinlich nicht, Chile ist lang und schmal und wir wollen ja auch was sehen. Evtl. danach ausspannen in Rio, aber geht das in so einer großen Stadt? Soll ja auch spannend bleiben. Wir halten es uns offen. Dass es uns in Buenos Aires nicht so gut gefallen hat, zeigt auch, dass man in solch einem Fall einfach weiterziehen können muss.

Sabine hat mich eben noch gefragt, ob ich geglaubt hätte, dass sie 100 Tage durchhält, ich glaube sogar, dass sie 364 Tage durchhält.

Also, wünscht uns weiterhin „Gute Reise“ und wir machen die nächsten 100 genau so spannend wie die ersten.

2 Kommentare zu „100 Tage unterwegs“

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