Buenos Aires, Cordoba, Mendoza und kleine Abstecher in die Berge. Das haben wir in Argentinien kennengelernt. Mit Unterbrechung in Uruguay waren wir auch einen knappen Monat in diesem Land. Großer Nachteil ist unsere Faulheit, ordentlich Spanisch zu lernen. Wir können uns mit niemandem unterhalten. Es ist kein Reiseziel für Europäer. Nur in dem Weinort Maipú haben wir innerhalb einer Stunde drei andere Deutsche getroffen. Die meisten Touristen kommen aus anderen spanischsprachigen, meist südamerikanischen Ländern und so spricht man hier auch recht wenig Englisch. Aber man kann es auch als Herausforderung nehmen und trotzdem mal wieder zum Frisör gehen, sich über Schnitt und Tönung unterhalten, ohne ein Wort Spanisch zu sprechen. Hat trotzdem wieder gut geklappt, ich bekam auch hier einen Kaffee angeboten, eine bunte Zeitschrift zum Bilder anschauen, nur der typische Frisör-Smalltalk fehlte.
Wein und Fleisch gab es reichlich, wobei die Zubereitung des gegrillten Fleisches in Uruguay ansprechender präsentiert und zelebriert wird.
Für mich war es in einigen Aspekten ein Déjà-Vu. Da waren die vielen alten Autos aus den 70-er und 80-er Jahren, die besonders auffallend in Mendoza alle noch im Einsatz sind.

Passend dazu hört man überall Musik aus dieser Zeit. Das finde ich unglaublich, in Taxis, kleinen Bars, auf großen Leinwänden in Lobbys sehr europäisch ausgerichteter Hotels, überall sieht man die Beatles, ganz frühe Videos von Madonna und Tina Turner und liest viele andere Namen, die man längst vergessen hatte. Typisch südamerikanische Musik habe ich nirgends hören können. Ebensowenig sind wir dem Tango begegnet. Ich glaube, dieser wird in abgelegenen, schummrigen Gegenden gespielt, in die man sich als Tourist nicht wirklich traut. Die jungen Argentinier, die es sich leisten können, mieten große Cabrio-Busse und lassen sich laut feiernd durch die Straßen fahren.
Der nördliche Teil von Argentinien besteht in den flachen Gebieten überwiegend aus Pampa, an die sich im Westen die Anden anschließen. Wenn wir aus unserem Zimmer auf die Berge schauen, sieht das erstmal unspektakulär aus. Und dann bucht man einen Ausflug in die Alta Montana. Erst als wir wieder runtergefahren sind, habe ich gemerkt, wie steil diese Berge sind. Bei der Hinfahrt war ich wohl so fasziniert von der Vielfalt dieser Landschaft, dass ich es nicht wahrgenommen habe. Man fährt auf 3.000 m Höhe, das ist höher als der höchste Berg in Deutschland und schaut dann nochmal 4.000 m hoch zu dem höchsten Gipfel in Südamerika. Das ist schon beeindruckend und einzigartig.
Mendoza verabschiedet uns mit einer Art Regenzeit. Nachdem ich mich kürzlich lobend über das Wetter geäußert hatte, ist es im Moment vorbei mit Sonnenschein. Von dem jährlichen Niederschlag von 200 mm haben wir in den letzten Tagen einen großen Teil live erlebt.

Wir verabschieden uns nun von diesem Land. Den landschaftlich reizvollen Süden wollen wir von der chilenischen Seite erkunden.
Yes, Chile! Das wird nächstes Jahr (aber erst im Herbst) unsere erste Südamerika-Reise.