Darwin

Nach 3000 km Zugfahrt, die ich absolut beeindruckend und kurzweilig fand, freue ich mich, dass wir uns wieder mehr bewegen können. Das Zimmer ist größer, ich kann rausgehen, wann ich will.

Darwin ist total irre. Unsere Unterkunft liegt mitten in der Stadt. Um 8.00 Uhr morgens ist in den beiden Straßen, auf die wir schauen können, kaum ein Auto zu sehen. Im Vergleich zu den letzten Tagen, als manchmal über Stunden kein Zeichen von Zivilisation zu sehen war, ist das schon belebt, ist klar. Aber Darwin ist mit ca. 140.000 Einwohnern die größte und wichtigste Stadt im Norden Australiens. Es herrscht eine unglaubliche Ruhe. Unterwegs sind nur die Kreuzfahrer, die heute hier angelegt haben. Sie shoppen und kehren mit vollen Einkaufstüten Richtung Schiff zurück.

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Der Weg vom Schiff in die Stadt ist angenehm. Der kleine Hafen ist sehr gepflegt. Die Wege sind zum Teil überdacht. Ich denke, das ist zum Schutz gegen die starke Sonneneinstrahlung und gegen den Regen, den es hier schon mal gibt.

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Obwohl der Himmel weitestgehend blau ist, regnet es plötzlich, eine angenehme Abkühlung bei 30° und 80 % Luftfeuchtigkeit. Es ist gerade Nebensaison, d.h. Regenzeit, noch bis März. Die Monate April bis Oktober sind trocken und es gibt keinen Regen. Ich kann dieses Klima nicht gut ertragen. Mir ist die Luft zu schwer.

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Nach einiger Zeit im Freien suchen wir kühlenden Schutz in klimatisierten Räumen.

In der Nähe von Adelaide im Süden wurde es in der Sonne tagsüber auch sehr warm, aber es war meist etwas windig und kühlte sich am Nachmittag schnell wieder ab. Die Nächte waren frisch. Als wir morgens um 6.00 Uhr in der Wüste für den Sonnenaufgang gehalten haben, waren es schon 26°. Dabei war die Luft sehr trocken. Hier ist das Klima wieder ganz anders, die Temperaturen zwischen Tag und Nacht variieren von 26 – 31 Grad bei gleichbleibend hoher Luftfeuchtigkeit. In Europa finden sich natürlich auch von Süditalien bis zum Nordkap unterschiedliche Klimazonen. Da man sich aber in einem einzigen Land wähnt, sind wir doch immer wieder erstaunt über das andere Klima, das uns an jedem neuen Ort erwartet.

Hier im Norden sollen mehr Ureinwohner leben als im Rest Australiens. Man sieht einige von ihnen in der Stadt. Mein Eindruck ist, dass die meisten einer benachteiligten Gesellschaftsgruppe angehören. Ich habe einige Männer gesehen, die mit nur einem Schuh oder ganz barfuß unterwegs waren. Ihre Gebiete liegen außerhalb der Stadt. Man darf nicht mit dem Auto mal eben dorthin fahren. Man braucht eine Erlaubnis oder soll sich am besten einer geführten Gruppe anschließen. Dies soll der Respektierung ihrer Sitten und Gebräuche dienen. Trotzdem scheint mir das Verhältnis zwischen der weißen und der Urbevölkerung nicht so entspannt zu sein, wie es in Kanada der Fall war.

1 Kommentar zu „Darwin“

  1. Wenn ich jemals noch Australien komme, möchte ich unbedingt mit dem Zug fahren. Hier in München droht uns eine Kältewelle, obwohl in den Geschäften schon fleißig Frühlingsblumen verkauft werden. Noch eine schöne Zeit! Gruß, Petra

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