Angkor Wat

Wow, wir sitzen im Hotelzimmer und haben uns mit Hilfe der Klimaanlage wieder etwas abgekühlt. Über den Machu Picchu wusste ich etwas mehr als über Angkor Wat. Es ist in der Tat nach Peru ein Erlebnis der besonderen Art. Trotz des Massentourismus, der auch hier herrscht, ist die Architektur von Kambodscha atemberaubend. Die schiere Masse der Gebäude und Mauern aus dem 9. – 12. Jahrhundert lässt uns staunen. Das Ganze bei 33° und hoher Luftfeuchtigkeit, wir sind froh, dass es etwas wolkig ist. Unser Tuk-Tuk Fahrer hat kaltes Wasser und kalte Tücher dabei, das hilft etwas. Beim Mittagessen war der Strom plötzlich weg und der gekühlte Raum heizte sich schnell auf.

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Als erstes fahren wir nach Angkor Wat. Was ich nicht wusste, ists dass Angkor Wat „nur“ ein Tempel unter vielen ist, wenn auch der am besten erhaltene und restaurierte. Wir nähern uns durch einen Nebeneingang, vorne schaut man jetzt gegen die Sonne und es ist viel zu voll, sagt Thap, unser Führer. Als erstes kommen wir an einer Steinruine im Wald, einem der ehemaligen Eingangstore, vorbei.

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Weiter geht es durch lichten Wald, bevor wir den ersten Blick auf den Tempel haben. Die Größe und Höhe der Anlage übertrifft meine Erwartungen deutlich. Die markanten Türme stechen sehr heraus. Der Tempel wurde Vishnu, dem Hindugott, geweiht und der Khmer König hatte als einziger das Recht, die Pyramide bis zur obersten Plattform zu erklimmen, um mit dem Gott in Verbindung zu treten.

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Wir steigen zur IMG_9671.JPGersten Terrasse hinauf und sehen uns die im Säulengang ringherum eingemeißelten Reliefs an. Diese sind ca. 1 Meter hoch und ziehen sich mit einer Länge von 600 Metern einmal um die unterste Ebene. Unser Führer hat so seine Lieblingsmotive und so mussten wir uns vor diesen Gang setzen.

Die Reliefs sind nicht nur durch ihre Fläche beeindruckend, sie sind auch detailreich und tief eingegraben. Hier fährt eine Inkarnation Vishnus, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere, mit seinem Streitwagen, gezogen von einem Ochsen, in die Schlacht. Alle wichtigen Figuren haben ihre Attribute, meistens in Form eines Tieres, welches sie in die Schlacht begleitet.

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Auf der zweiten IMG_9734.JPGEbene gibt es dann unzählige Devata Reliefs. Sie sind jeweils ca. 1 Meter hoch, immer barbusig. Jede Ecke und jede Nische ist so ausgestaltet. Es gibt so viele Details, jeder Stein ist irgendwie dekoriert, man kann hier Stunden verbringen.

Thap möchte uns allerdings noch mehr zeigen und wir verlassen Angkor Wat, immer noch etwas sprachlos. Nebenbei erfahren wir Details über die Schreckensherrschaft der roten Khmer, die erst mit dem Tode von Pol Pot endet. Da sowohl Thailand als auch Vietnam einige Provinzen und Inseln übernommen haben, ist er auf seine Nachbarn nicht so gut zu sprechen. Auch die Chinesen sind ihm suspekt, zu viel Geld und Macht hier in Kambodscha. Die Amerikaner gehen auch nicht wirklich, er schiebt die vielen HIV Infizierten den Blauhelm Soldaten aus den 90ern in die Schuhe. Wir erfahren eine ganze Menge über die aktuelle Situation hier.

Alle Tempel waren mit Bäumen und viel Grün bewachsen, bevor die Ausgrabungen begonnen haben. Einige hat man aber nicht von den Bäumen befreit, da diese zum Teil das alte Mauerwerk zusammenhalten. Zu so einem Tempel fahren wir jetzt. Er heißt Ta Prohm und ein paar Szenen aus Tomb Raider wurden hier gedreht.

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Hier kann man natürlich unzählige Fotomotive finden, allerdings sind auch eine Menge Besucher da und die menschenleeren Motive sind schwer zu finden. Der morbide Charme ist aber einfach toll.

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Nach einer längeren Mittagspause sehen wir uns noch die Elefantenterrasse am alten Königspalast an. Eine Vergnügungsmeile à la Kolosseum wird uns erklärt. Brot und Spiele selbst in Kambodscha.

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Der finale Tempel des Tages ist der Bayon. Später als Angkor Wat gebaut, allerdings weniger gut erhalten. Der Grund dafür ist, dass die Baumeister besser wurden. Sie konnten größere Türme aus kleineren Steinen filigraner bauen. Damit sind diese aber anfälliger für herabstürzende Steine und erodierenden Sandstein. Trotzdem ist die Anlage durch ihre Größe und die Menge an Türmen beeindruckend. Jeder Turm besaß 4 hereingemeißelte Gesichter.

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Also, wir sind fix und fertig und haben aber sicher noch ein, zwei Tage Tempel vor uns.

 

1 Kommentar zu „Angkor Wat“

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