Ein paar mehr Tempel

Sabine ist wohlweislich im Hotel geblieben und hat mich alleine losgeschickt. Ich wollte unbedingt noch ein wenig mehr sehen. Also hab ich mir den gleichen Tuk-Tuk Fahrer, den wir schon hatten, noch mal bestellt. Er hatte bei der Verabschiedung schon vorgeschlagen, uns nach Banteay Srei zu fahren. Da der Tempel aber etwas außerhalb liegt und viele Busse am frühen Vormittag dort aufschlagen, meinte er, wir sollten spätestens 6:30 losfahren. Also 6:00 Uhr aufstehen, schnelles Frühstück und los. Ergebnis ist dann, dass ich ca. 250 Fotos gemacht habe, da wir doch 6 Tempel besucht haben und von 6:30 bis 15:00 unterwegs waren.

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Bevor wir weit raus fahren, halten wir an dem Tempel Pre Rup, er ist schon in der Anfangsphase von Angkor entstanden und hauptsächlich aus roten Ziegeln erbaut. Die Farben des Tempels leuchten besonders schön am frühen Morgen und man ist quasi alleine.

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Hier sieht man alle drei Materialien schön nebeneinander. Lehmziegel aus rötlichem Lehm, Grundmauersteine aus Laterit und Eingangsportale aus Sandstein. Je weiter die Architektur fortschreitet und je besser der Sandstein bearbeitet werden konnte, desto höher ist der Sandsteinanteil. Immerhin mussten alle Blöcke aus den 130 km entfernten Bergen herangeschafft werden.

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Wir fahren jetzt ca. 30km raus aus Siem Reap zum Banteay Srei. Dabei komme ich zum ersten Mal richtig raus aufs Land und kann ein paar Bauernhöfe sehen.

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Es gibt nicht viele Reisfelder zu bewundern, da wir uns in der trockenen Periode befinden. Eines habe ich aber doch gesehen, der Reis ist schon ziemlich groß und es floss einiges Wasser am Rand entlang.

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Der Tempel ist wirklich, wie versprochen, der detailreichste bisher. Immer noch schön rötlich leuchtend, trotz der schon etwas höher stehenden Sonne.

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Die Interpretation der Ornamente dieses Tores sind so verschieden, dass ich es mal nicht kommentiere.

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Die eingesetzten Affen als Torwächter machen sich gut und geben dem Tempel einen exotischen Touch.

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Jetzt kommen auch gleich 3 Busse mit Chinesen an, gut dass ich fertig bin. Der schön bewachsene Wassergraben um den Tempel und der dichte Wald ringsum machen den kleinen Tempel in der Tat zu etwas Besonderem und die einstündige Anfahrt hat sich gelohnt. Zumal ich im etwas entfernten Dokumentationszentrum noch diesen frischgesuhlten Wasserbüffel antreffe.

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Weiter geht es zum östlichen Mebon, jetzt wo ich mir die Bilder anschaue, hat er schon eine große Ähnlichkeit zum ersten Tempel heute. Allerdings haben die Türme aus Backstein sehr viele Vertiefungen.

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Einige Quellen sagen, es wäre für Bronzeplatten gewesen, andere sprechen von einem Stuckputz. Beides klingt plausibel, wahrscheinlich war es eine Mischung.

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Der Tempel hat an allen Ecken zwei Elefanten- und an den Eingängen jeweils zwei Löwenfiguren stehen.

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Aber schon geht es weiter zum etwas morbiden Ta Som Tempel. Es ist inzwischen ca. 11:00 Uhr und die Besuchermassen werden größer. Mit ein wenig Geduld lassen sich aber doch halbwegs menschenleere Schnappschüsse machen.

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Ich finde es sehr schön, dass die Restaurierungsmaßnamen Rücksicht auf die Natur nehmen und man solche Verschmelzungen noch sehen darf.

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Das Eingangsportal mit dem Gesichterturm weist schon auf die etwas jüngere Bauperiode hin. Ich bin inzwischen schon ein wenig durch. Es wird heiß und stickig, man schwitzt wie Tier und trotz langsamen Gehens kommen einige Kilometer zusammen. Aber weiter geht’s.

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Auf einer künstlichen Insel in einem der riesigen Wasserspeicherbecken gibt es einen kleinen Tempel, bestehend aus 5 Wasserbecken, mit einer Tempelinsel im mittleren. Neak Pean ist etwas unzugänglich, man muss Abstand halten und kann keine Details erkennen.

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Der nördliche Barray ist etwas versumpft, aber noch komplett mit Wasser gefüllt. Man muss über einen Holzsteg zur Insel gehen, vorbei an all diesen abgestorbenen Bäumen im Wasser. Ehrlich gesagt, ist das mein kürzester Besuch heute.

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Der Preah Khan sah schon auf der Karte sehr groß aus und mein Fahrer meint auch, dass ich etwas mehr Zeit bräuchte. Ich überlege kurz, ob ich nicht etwas essen sollte, entscheide mich aber dagegen und stürze mich auf den letzten Tempel für heute. Schon das Eingangsportal hat sehr große, drei Türme und erinnert an Angkor Wat. Es sollte wohl eine komplette Stadt werden. Allerdings wurden fast alle offenen Flächen in der Stadt mit kleineren oder auch größeren Schreinen vollgebaut. Man kommt kaum durch, entweder wegen der engstehenden Gebäude oder noch nicht restaurierten Trümmerfelder.

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Die zwei aufeinanderfolgendenIMG_0114IMG_0112 Gattinnen des Königs sollen hier eine Buddhistische Universität und ein Lehrkrankenhaus betrieben haben. Das Areal scheint mir groß genug zu sein. Die beiden Frauen sind als Reliefs verewigt, so lese ich zumindest in meinem Reiseführer. Finden kann ich die Reliefs allerdings nicht und muss zwei Aufpasser fragen, bevor mich einer hinführt. Ich stoße mir drei mal den Kopf an niedrigen Durchgängen und muss auf allen vieren um einen Pfeiler kriechen. Scheinbar machen das ziemlich viele Leute, ich finde neben den Figuren frische Blumen und Räucherstäbchen vor.

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Es gibt so viel zu sehen, dass man leicht den Blick fürs Detail verliert. Diese Tänzerinnen gibt es zu Dutzenden in dem Fries eines Raumes.

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Zweistöckige, freistehende Gebäude gibt es eigentlich nicht. Dieses bildet die absolute Ausnahme. Wahrscheinlich wurde es als Getreidespeicher für diese Stadt gebaut.

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So, ich fange an, nur noch durch die Ruinen zu stolpern und muss mal dringend Schluss machen. Wieder draußen muss ich erstmal was essen. Die Gastronomie vor dem Tempeleingang sieht halbwegs okay aus. Mein Amok ist schön scharf und lecker. Coca Cola aus der Dose mit Strohhalm ist zwar ein etwas komisches, sehr sprudeliges Kindheitserlebnis, erscheint mir aber hygienischer. Die dicke Schweißschicht lasse ich dann bei der Rückfahrt ins Hotel trocknen und falle in einen dreistündigen Tiefschlaf bis zum Abendessen. Mal wieder eine sehr beeindruckender Tag in fremder Kultur.

2 Kommentare zu „Ein paar mehr Tempel“

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