Kaunas an der Memel

Ich hatte ja keine Ahnung wo die Memel fließt. Immerhin weiß ich jetzt wo sie in die Ostsee mündet, sie fließt nämlich durch Kaunas und dann als Grenzfluss zwischen Russland und Litauen über ein schönes Flussdelta ins kurisch Haff, welches bei Klaipeda in die Ostsee mündet. Schau ich mir die Tage mal an.

Heute morgen war es mir, nach dem sitzenden Tag gestern, nach etwas Fahrrad fahren. Eigentlich nur in der Altstadt von Kaunas, dann aber doch etwas weiter. Auf der Karte finde ich das Pažaislis Kloster, gar nicht so weit. Es ist zwar kühl aber schön sonnig, mit Jacke müsste es gehen. Eine sehr gute Entscheidung. Im Kloster gibt es ein Hotel, daher kann man nicht vorne rein sondern muss sich durch eine schäbige Pforte klingelnd Einlass erbeten. Das Hauptportal der Kirche ist von eine Bühne verdeckt, auch hier geht es nicht rein. Wieder schäbiger Seiteneingang, dann kann man aber schon mal in eine sehr schöne Seitenkapelle schauen. Viel Stuck und schönes Holz, evtl. auch die Sakristei, ich weiß es nicht.

Eine ecke Weiter dann, durch einen schmalen Seiteneingang betritt man die Kirche. Marmor so weit das Auge reicht, sehr schöne Kuppel, eher bemalt.

In den Klostergarten kann man nur durch die Spalten in einem hohen Zaun blicken. Ich erhasche aber diesen Blick. Auch von außen ist die Anlage sehenswert. Die 10 km Anfahrt haben sich definitiv gelohnt.

Auf dem Rückweg gönne ich mir ein bisschen Wildness mit dem Fahrrad. Durch Wald, über den Staudamm der aufgestauten Memel, noch kurz eine Memelschleife abkürzend, geht es zurück nach Kaunas. Sehr schöner Ausflug.

Zurück in Kaunas schaue ich mir die überall vorhandene Bauhaus Architektur an. Es scheint hier im Krieg nicht viel zerstört worden zu sein, da ganz viel aus den 20ern noch existiert. Alles überragt ein gewaltiger Kirchenbau in strahlendem Weiß die Stadt. Geplant zwischen 1922 und 1933 wurde sie erst 80 Jahre später wirklich fertiggestellt. Sehr imposant und natürlich reinstes Bauhaus.

Hier ist eine schöner Bericht, leider in englisch. Einmal angefixt hab ich mir natürlich noch mehr angesehen.

Erinnert schon ein bisschen an Napier in Neuseeland, auch wenn es hier verstreuter ist und wie die Bilder zeigen, war in Neuseeland auch besseres Wetter.

Zurück im Hotel mache ich es mir erstmal Faul. Den Reflex das Hotel für morgen schon mal zu buchen unterdrücke ich vehement. Spätes Mittagessen gib es aus dem Supermarkt, Sandwiches und Joghurt mit dem Weltreisegöffel.

Ich bin mit Litauen auch jetzt eine Zeitzone nach Osten gewandert, sind halt doch 1500 km. Gerade scheint die Abendsonne sehr schön und ich muss mir mal was zu essen suchen.

2 Kommentare zu „Kaunas an der Memel“

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