Nach Süden

Ich sitze hier in Söderhamn im Hotelinnenhof im Restaurant und weiß gar nicht mehr was ich alles gemacht habe. Definitiv eine Stunde zu viel Auto gefahren, die Stadt vor Söderhamn, war Sundsvall, welches nach Petrochemie und anderer Industrie aussah und nicht zum verweilen einlud und ich musste weiterfahren. Deswegen bin ich gerade etwas müde, bemühe mich aber dass man es diesem Post nicht ansieht.

Meine Unterkunft Stiftsgården hatte viel von einer kirchlichen Bildungsstätte, war aber ganz nett. Ich musste bis 9 frühstücken und bis 10 auschecken, aber es war sehr persönlich geführt. Vielleicht war das auch nur der Unterschied zu Finnland, wo die Kontaktaufnahme eher osteuropäisch war. In Rovaniemi hatte es sich bewährt vor der Abfahrt noch kurz was zu machen, so schaue ich mir hier eine ziemlich große Ansammlung von alten Holzhäuser an. Mir waren sie gestern Abend schon aufgefallen, vor allem weil sie bewohnt aussahen. Nach etwas Recherche finde ich heraus das es sich um Bonnstan, einer alten Siedlung im Zusammenhang mit meinem Stift, handelt und das die Häuser wirklich wieder besiedelt wurden.

Dazu passt dann die Kirche zwischen dem Stift und Bonnstan nicht ganz. Innen hat sie im Altarraum ein beeindruckendes Glasfenster in vielen Blautönen. So, langsam muss ich dann aber mal dringend los.

Ich lasse mich langsam nach Süden treibe, höre Podcasts und telefoniere. Auch eine Tankfüllung ist mal wieder fällig 1,67, geht, zumal ich diesmal mit der Tankfüllung 1198 km gefahren bin, für 60 l und Benziner find ich das ganz gut. So richtig habe ich den Flow beim Autofahren heute nicht bekommen, vielleicht ahne ich schon dass das Ziel etwas langweilig wird. Ich sehe ein Schild welches auf die Höga Kusten verweist. Da ich zwar sehe das es ziemlich rauf und runter geht, ich mir aber trotzdem nichts darunter vorstellen kann, nehme ich die Abfahrt zum Skulekogen Nationalpark. Es geht etwa 3 km eine Schotterpiste rauf, dann muss man zu Fuß weiter. Ich nehme aber das Fahrrad und fahre zu einem sehr schönen, ausgesetztem Aussichtspunkt. Die Weiterfahrt mit dem Fahrrad wird mir durch steile Hänge verwehrt.

Ich entscheide mich gegen eine Wanderung und fahre stattdessen zurück um einen Waldweg, den ich bei der Fahrt mit dem Auto gesehen hatte, zu benutzen. Eine gute Entscheidung, ich lande an mehreren Seen mit netten Hütten und Badesteg. Da alle Wege mit Schranken verschlossen waren, ist hier auch kein Mensch unterwegs und man bekommt wenigstens einen kleinen Eindruck der schwedischen Einsamkeit.

Die Fahrt hat sich definitiv gelohnt, das Auto, das Fahrrad und ich sind zwar etwas staubig geworden, es war aber gar nicht so trocken unterwegs.

Die Zeit holt mich jetzt gnadenlos ein, gefahren bin ich wirklich noch nicht allzu weit. Ich passiere die Höga Kusten Brücke, beeindruckend und die Sundsvall Brücke, für die zweite fallen 9 schwedische Kronen (1€) Gebühren an. Das Internet sagt dass man eine Rechnung bekommt. Ich bin gespannt auf den Aufschlag, für 9 SEK lohnt das doch nicht wirklich.

Die Abendstimmung am Rathaus von Söderhamn ist, wie oben schon beschrieben, leicht verschnarcht.

1 Kommentar zu „Nach Süden“

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